CD-REVIEWS:
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BLUE BIRDS
REFUSE TO FLY "anapter ma" CD (Decandence Records)
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Nach Aussagen des Masterminds Kyriakos Poursanides
bedeutet der Name dieser Band so viel wie "sad, melancholic birds refuse to
fly" und drückt die Verweigerung aus, mit dem Strom mitzuschwimmen.
Gleichzeitig ist es aber auch ein Song der griechischen Band Wasteland, wo
Poursanides bis 1998 am Keyboard stand. Anschließend gründete er
eben <und holte sich noch den Sänger und Gitarristen George
Dedes dazu. Herauskommen sollte besonders "emotionale Musik", was ich an dieser
Stelle einfach mal so stehen lasse.
Denn darüber läßt
sich streiten. Schon die sogenannte "Overtüre" besteht aus leisem und
unspektakulärem Frauengesumme, was kaum des hochgegriffenen Titels
"Overtüre" gerecht wird. Nach nur 35 Sekunden folgt "House of Sex", was
noch vielversprechend anfängt. Nettes Geklimper und Synthpopklänge.
Nette und passende Stimme, bei der jedoch spätestens nach einem Blick ins
Booklet auffällt, daß sie anscheinend nicht weiß, welchen
Schwachsinn sie dort singt. Ich überfliege die restlichen Texte und
beschließe diesen Punkt zu ignorieren, da nur ähnlich Belangloses
erzählt wird. Der Inhalt ist also nebensächlich. Muss ja auch nicht
immer wichtig sein. Vielleicht wäre es in diesem Fall aber besser gewesen
die Texte nicht abzudrucken. Aber ich bin noch immer guter Dinge und höre
einfach weiter. Plötzlich setzt "Lacrima Di Balena II - The Revenge" ein
und meine anfangs positive Einschätzung zerschlägt sich vollends. Was
mir dort um die Ohren schlägt sind eindeutige Eurodance-Sounds! In mir
kommen Erinnerungen meines kürzlich gemachten Abstechers in eine
Dorfi-Großraum-Disse hoch, die ich nur aus beruflichen Gründen
betreten habe. Dieser Song hätte dort wunderbar reingepaßt. "After
Dark" setzt dem dann noch einen drauf und bietet den entsprechenden
Scooter-Stampfrhythmus. Was an dieser Musik jetzt emotional sein soll, habe ich
leider noch nicht erkannt.
"Celebration" stimmt mich dann doch wieder
etwas versöhnlicher. Die Stimme wechselt ein wenig. Teilweise klingt sie
etwas zerbrechlich wie der gute Adrian Hates von Diary of Dreams zu seinen
besten Seiten, aber schnell schwingt sie wieder zur Standard-Synth-Pop-Stimme
ohne viel Gefühl und Charakter. Über das Attribut "nett" kommt es
einfach nicht hinaus. So plätschert das Album vor sich hin und verschwimmt
letztendlich in einem Meer von Belanglosigkeit. Auch wenn beim genaueren
Hinhören kleinere Spielereien anklingen und man Ansätze von guter
Musik zu hören vermeint, gehen dies schnell unter im Brei des
Gesamtsounds.
Ein Hoffnungsschimmer ist jedoch "Play with me". Ein
interessanter Wechselgesang zwischen ganz softer und etwas rauher Stimme
verbindet sich hier mit einer schönen Melodie und endlich mal nicht so
aufdringlichen Sounds. Ein wirklich runder Pop-Song, der durchaus seine
Qualitäten besitzt. Des weiteren entdecke ich noch "Love like Prison" als
durchaus hörbares Lied. Der Rest folgt leider dem üblichen Mix aus
Future-Pop und Pseudo-Romantik, der schon etwas Durchhaltevermögen vom
Hörer verlangt. Wer also noch weitere eher belanglose Future-Pop Alben
brauch, sollte vielleicht mal reinhören. Für alle anderen gibt es
sicherlich interessantere Elektro-Acts.
Silvio Wolff für
GOTHICWORLD
Tracklist: 01. Overture
02. House of Sex 03. Lacrima Di Balena II - The Revenge 04. After
Dark 05. Celebration 06. Some Roads can take you everywhere 07.
Play with me 08. Quasi Stellar II - Give me the wings 09. As I Fall
10. The End 11. Love like Prison 12. Strange little girl 13.
Anapteroma
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