CD-REVIEWS:

The Balance Of Blue    MANDRAKE "The Balance Of Blue"
CD (GreyFall / Soulfood)

MandrakeDie norddeutschen Nachtschattengewächse MANDRAKE legen mit "The Balance Of Blue" ihr zweites Album vor, was musikalisch nicht unbedingt an ihrem ersten Werk "Calm The Seas" anknüpft. Vielmehr wird hier der Versuch gemacht sich in die Riege der zurzeit aufkommenden Welle der weiblich singenden Gothic Metal Fraktion einzureihen. Ob dies nun ein großer Schritt nach vorn oder einen Rückschritt darstellt wird sich zeigen.

Beim neuen Album steht daher der Gesang von Birgit Lau eindeutig im Vordergrund, was bei "Calm The Seas" noch nicht so der Fall war. Da hatte Sänger und Gitarrist Lutz De Potter noch mehr zu tun. Bei "The Balance Of Blue" rückt sein Gesang merklich in den Hintergrund und wenn, dann singt er ziemlich clean, was vorher auch nicht der Fall war. Auch scheint man nicht mehr nur auf epische Klänge zu setzen, sondern zeigt sich nun eher von der poppigen und groovigen Seite. Die Gitarren stehen mehr im Vordergrund und insgesamt wirkt alles ein wenig flotter, ja ich muss leider wieder das Wort Charttauglich verwenden.

Bei mir schleicht sich beim durchhören leider das Gefühl ein, dass sich das Alles plötzlich irgendwie sehr nach LACUNA COIL anhört. Ok, die ersten Stücke sind tatsächlich nicht schlecht konzipiert. Der Opener "The Necklace" bringt schon ein gewisses Hitpotenzial mit sich und auch der nachfolgende Track "Ode To The Outside World" setzt sich schnell in die Gehörgänge fest. Für mich eher einer der besten Songs auf dem Album. Bei "Crawling Waves" darf dann der Lutz auch mal wieder mitmischen und ich muss feststellen, bei dem Song und den cleanen Gesangsparts erinnert mich irgendwas sehr stark an TYPE 0 NEGATIVE. "The Fields Of Sacred Flowers" würde ich dann schon eher als Ausfall bezeichnen. Zu poppig und zu seicht und mehr in Richtung THE CRANBERRIES tendierend. Leider verliert die Scheibe ab Mitte enorm an Spannung. Die Stücke ähneln sich zu sehr und auch die Songs bei denen Lutz singt, sind eher langweilig. So werden die Tracks durchweg im Midtempo gehalten und ein bisschen mehr Abwechslung hätte hier schon gut getan. Die letzten beiden Songs sind dann eindeutig wieder besser und so muss ich schlussendlich sagen: Ein guter Anfang und ein guter Schluss, aber die Mitte ist einfach nur belanglos. Die CD erscheint auch als Luxus Edition im Digipak mit Bonus CD, auf der ein paar ältere Songs und vier Cover Stücke wie z.B.: "Fade To Black" von METALLICA zu finden sein werden.

Der große Wurf ist MANDRAKE hier sicherlich nicht gelungen. Eine Mischung aus LACUNA COIL und WITHIN TEMPTATION, wobei man sagen muss, die beiden Bands haben ihren Stil mit der Zeit entwickelt, während MANDRAKE ihren Stil noch zu suchen scheinen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und bekanntlich sind alle guten Dinge ja Drei, daher warte ich dann doch eher gespannt auf das dritte Werk.


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracklist:

01. The Necklace
02. Ode To The Outside World
03. Crawling Waves
04. The Field Of Sacred Flowers
05. Silent Tears
06. Balance Of Blue
07. Infant Sorrow
08. Turn The Page
09. Falling Away
10. Crowned With Leaves
11. It Never Ends
12. The Final Chapter


www.mandrake.de