CD-REVIEWS:
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MARTIN
KESICI "So What ..." CD (Island / Universal)
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Eine alte Bauernregel sagt: "Ist es
um Martin trüb', wird der Winter gar nicht lieb". Solche Regeln sind
manchmal erquickende Wahrheiten & nichts ist komischer als die Wahrheit,
zumal metereologisch betrachtet dieser Releasetermin sehr frostig war.
MARTIN KESICI & seine Promoter kämpften hart um Credibility bei
den Hörern der härteren Lautenschläge & ja, der Mann
überzeugte im Casting-Karussell durch seine gute, prägnante
Rockstimme zurecht. Nur was will der Mann denn wirklich?
Auf allen
Kanälen war zu hören wie wild sein Rockerherz schlägt & dass
er nun endlich frei von allen schnelllebigen Pop-Zwängen sei, um endlich
seiner "wahren Leidenschaft" zu fröhnen. Ja sicher, gleich im Opener
Sorry' gibt's das volle melodische Rockprogramm im graumellierten
Geiste von Whitesnake, Europe oder Survivor vor den Latz. Nur warum ist dieser
Titel, genauso wie die nächsten zwei vom
Plastic-Fantastic-Universal-Songwriter-Team der soooo ultraheavy Rockband
NuPagadi geschrieben worden? Sind die Fans seiner ersten, goldverzierten,
No.1-Liedchen inzwischen alle Liebhaber von gut verdaulicher Rohkost? Sicher,
dass ist letztlich nur eine Frage der Trends & Vermarktung
Sieht man
mal von den auch für Power-Rock-Lover sehr dürftigen Lyrics ab, so
sind es doch gerade diese ersten Tracks die zeigen was alles in Martin stecken
könnte. Auch im Namedropping-Duett mit der Grand Dame des melodischen
Rocks, Tarja Turunen schlägt er sich ganz wacker.
Der melodische
Aspekt steht ihm & seiner Stimme auch besser zu Gesicht als der restliche
Convenience-Pop-Rock. Diesen Bockmist hat u. A. ein weiterer Songschreiber von
NuPagadi verbrochen, Ray Garvey. Der Reamonn-Frontmann ist bisher auch nicht
sonderlich erwähnenswert durch Heavy-Mosher-Klänge in Erscheinung
getreten & so wurde Hope' auch der mit Abstand
hoffnungsloseste Track auf dieser Scheibe. All of my life' klingt
da schon erheblich besser & basiert wie das ebenso passable 'Always a
stranger' auf dem Co-Songwriting von Martin. Trotzdem, die im vorgestrigen
Linkin-Park-Style-Cover viel zu oft verwendete "Pommesgabel" taugt lediglich
als Signet für das bildliche Verständniss des zweiten Versuches. Ob
ein Dritter, mit hoffentlich einem Produzenten der halbwegs was von
Kick-Ass-Vibes versteht (der bisherige ja ist eher als Fanta4 & DJ Thomilla
Spezi bekannt) die von ihm ersehnte & hier schuldig gebliebene
Glaubwürdigkeit bringt?
Ivo Klassmann für
GOTHICWORLD
Tracklist: 01. Sorry 02.
Egotrippin 03. Leaving You For Me 04. Hang On 05. Could Have Been
Me 06. Dislike You 07. Always A Stranger 08. All Of My Life 09.
Hope 10. God Bless You 11. It's Alright 12. I 13. Disappear
14. Talk To The Wind
zum Interview
Homepage:
www.martinkesici.de
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