CD-REVIEWS:

The Water Sprite    NOEKK "The Water Sprite"
CD (Prophecy / Soulfood)

Ein Cover mit winterlichem, Schnee bedecktem Baum im dunklen Wald weckt noch bestimmte Assoziationen aber dann fällt der Blick auf den Schriftzug. Der erinnert dann schon verdammt an 70er Jahre, an alte Prog-Art-Glamrock Sachen al a frühe YES oder GENESIS als Peter Gabriel noch dabei war. Eine Zeit also in der Musiktheorie und verquaste Kompositionstechniken, sich mit ausufernden, bombastischen Arrangements, opern- und operettenhaften Gesangslinien paarten, jedes Stück mindestens 10min sein musste. Wo vor allem viele Tempowechsel und Brüche in den Stücken sein mussten. Tja.

Und genau das ist Noekk dann leider auch. Alles vorhanden. Opernhaftes Geknödel am Mikrophon, Tempowechsel, Brüche, Schlagzeugorgien, Gitarrensoli, stakkatohafter Wechsel zwischen Hart und Weich, Orgel und Brettgitarre, Symphonie und Avantgarde bis zum Erbrechen. 7 Stücke auf 47min gestreckt. Ein ganz klein wenig dunkel angehaucht was sie von den o.g. Experten abhebt, ansonsten aber verdammt anstrengend, auf Dauer sogar recht nervend und da reißt ein DEAD CAN DANCE Cover dann nun schon gar nichts mehr raus. Im Gegenteil, irgendwie setzt das dem Ganzen noch die Krone auf, weil es wieder einmal fast schon schmerzlich klar macht, wie schwer es ist, gerade so eine großartige Band zu covern. Und hier kann man sich vor allem des Eindrucks nicht erwehren, Noekk hätten es getan um ein paar Zuhörer zu haschen, ebenso wie die Verwendung eines weiteren Textes von Tolkien. Aber es reicht eben nicht aus sich DCD und Tolkiens zu bedienen um das Herz eines "Grufties" höher schlagen zu lassen.

Also, wer mit Art-Rock was anfangen kann, sollte zugreifen. Ich bin halt ein Kind der 80er.


Thomas Sabottka für GOTHICWORLD


Tracklist

01 - The Watersprite
02 - T.B.'s Notion
03 - Strange Mountain
04 - How Fortunate The Man With None
05 - The Fiery Flower
06 - Moonface Is Dead
07 - The Riddle Seeker


www.prophecy.cd/noekk