CD-REVIEWS:

Into the Otherworld    THANATEROS "Into the Otherworld"
CD (Rabazco Records)

Es ist so ziemlich genau ein Jahr her, dass ich bei THANATEROS im Studio unter dem Dach schwitzte und mich über den Stand der Arbeiten zum Album "Into the Otherworld" informierte. Eine Umdrehung des Jahresrades weiter rülpst die Sonne erneut die Hitze vom Himmel und das Werk der Berliner Band steht in den Läden.

THANATEROS, benannt nach den Göttern des Todes und der Liebe Thanatos und Eros, haben merklich an jedem einzelnen Titel gefeilt und ihren Stil mit einer Mischung aus metallischem Rock und keltischen Einflüssen deutlich geschärft und ausgebaut.

Der Opener "Calling Llyr" zieht einen mit sanftem Meeresrauschen sofort in die CD bevor sich der Song rhythmisch stampfend zu einem ersten Vorgeschmack auf die kommende Härte entfaltet. Der folkige Keltensound spielt mit dem Metalpart Fangen - im Wechselspiel mit Ben Richters Stimme, die mit der harten Musik gut mithält und schön grob klingt. Die folgenden Titel reizen den musikalischen Mix gut aus, ohne allerdings Überraschungen zu bieten.

Erst mit "I´m changing" gelingt dies wieder. Im Tempo leicht zurück genommen wirkt das Stück im ersten Teil eindringlicher und emotionaler - aber nur als Vorspiel, um im zweiten Teil ein heftiges Feuerwerk abzubrennen. Metalgitarre führt vor Keltenkreuz! "Song as a kiss" ist für mich der schwächste Titel: Er klingt wie eine dieser Liebeshymnen, die Wayne Hussey im Rotweinrausch geschrieben hat. Zudem wirkt der Text sehr bemüht, wenn man jemanden hinter den Ohren küsst, nur damit es sich im englischen auf "tears" und "fears" reimt. Aber mit dem folgenden Titel "No rest" jagen THANATEROS einem gleich wieder heftige Gitarrenstürme und Schlagzeuggewitter um die Lauscher. Ein ohnehin schon starker Song, bei dem die Fidel von Christoph Maaß das Sahnehäubchen ist.

Die Neuinterpretation von "Dirty Old Town" verlässt sich ganz auf eine folkige Instrumentierung - im Hochgeschwindigkeitsrausch. Geile Sache, das! Mein Favorit jedoch ist klar "In Time" - eine melancholische Nummer voller Kraft in der das Zusammenspiel von Folk und Härte perfekt klappt. Nachdrücklich in guter Erinnerung bleibt auch "Four Winds" - sehr eingängig und durch die Tempiwechsel sogar überraschend.

Mit "Last Goodbye" klingt die aktuelle CD der Berliner aus. Im Ganzen eine deutliche Weiterentwicklung zu vorangegangenen Werken, nur leider nicht ganz der Hammer, den ich nach dem vorjährigen Probehören erwartet hatte. Wer nach dem letzten Titel das Werk noch weiterlaufen lässt, kommt in den Genuss eines Hidden-Track und kann die Gesangsqualitäten von Ben Richter ganz ohne Mukke hören.


Daniel "Bela" Bartsch für GOTHICWORLD


Tracklist:

01. Calling Llyr
02. Follow
03. Siúil A Rún
04. Templehouse/Drowsy Maggy
05. I'm changing
06. Song as a Kiss
07. No Rest
08. Dirty Old Town
09. In Time
10. Four Winds
11. Last Goodbye


www.thanateros.net