Winternight 2000 review

Es ist der 5.2.2000 19:00. Einlass zur Winternight. "Mal sehen, wies wird", dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf. Erst mal acht Mark abdrücken und Stempel kassieren. So, da rein. Die erste Band beendet gerade ihren Soundcheck. Klingt nicht schlecht, könnte aber besser sein (der Sound). Es ist ANUBIS (mehr über ANUBIS hier). Mir wird eröffnet, dass ich den Abend über Freigetränke kassiere. Das ist das erste positive an diesem Abend. Beginn ist um 19:45 Uhr. OK. Genug Zeit, erst mal schnell ein paar Interviews zu machen. Als erstes mit ANUBIS. Das könnt ihr hier nachlesen. Ich sehe mich noch ein bisschen um. Oh je, da zerstört jemand mit seiner blauen Hose das ganze schwarz/weiße Bild. Es ist der Mitarbeiter der Jungendpflege Hammersbach Manfred Papenkort  und auch dem schwätze ich ein Interview auf. Man muss ja sehen, wo man bleibt. Aber das bekomme ich erst später. Jetzt sind erst mal HANDS OF FATE dran. Die organisieren das Festival auch, also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Kann man hier nachlesen. Erst mal ein Bier trinken gehen. Und es werden noch einige folgen. Jetzt hat auch der Jugendpflege-Mensch Zeit für mich. Schnell ein paar Fragen gestellt und hier könnt ihr euch seine Antworten zu Gemüte führen. MORTIFER erwische ich erst nach ihrem Auftritt, Interview gibt’s hier. PAIMON mussten sich aber jetzt schon von meinen Fragen nerven lassen. Aber jetzt zu dem wichtigstendes Abends: Der Musik!

Wie gesagt, ANUBIS spielte als erstes. Sie hatten mit einem schwierigen Publikum zu kämpfen, da sie die einzige Gothic-Band des Abends darstellte. Der Sound war... wie soll ich sagen... bescheiden. Wahrscheinlich lags an den Räumlichkeiten. Auf jeden Fall versuchten sie, zu geben, was ging. Doch irgendwie wollte nicht so recht Stimmung aufkommen. Doch immer schön langsam. Für was hat man denn ne Playlist abgestaubt. Das Intro war ja noch ziemlich gut. Dieses ging dann nahtlos in den neuen Song MY TEARS über, welcher einiges in Hinsicht auf das neue Album erwarten lässt. Jans und Barbaras Stimmen sind gut aufeinander eingespielt. Aber irgendwie fehlte heute Abend etwas. Mal sehen. Nach ein bisschen Applaus der Anwesenden (ca. 50 Leute)  gab die Truppe INNOCENT TEARS zum Besten. Doch auch hier wollte die Stimmung nicht wirklich aufkommen. Ramin schaffte es, sich diverse Male zu verspielen, und der Rest der Truppe tat es ihm gleich. Eigentlich gar nicht die Art von ANUBIS, von denen ich Perfektion gewohnt bin. Bei FEELING ME AGAIN von der Platte DYING OF UTOPIA (mehr hier)  kam endlich Stimmung auf. Die ersten bangenden Köpfe. Eine Steigerung ergab sich bei ASHES vom Album PICTURES FROM INSIDE. Endlich mein persönliches Lieblingslied. GOD MACHINE - leider viel zu schnell. Ramin hat anscheinend heute ein paar Rhythmusprobleme - den Leuten gefällts. Doch AVALON macht alles wieder wett. Ich persönlich höre keine Fehler oder ähnliches. Doch das Publikum mag es nicht wirklich. Und Nach FRAGMENTS OF REALITY 2 gehen ANUBIS ziemlich zerknautscht von der Bühne. Die Stimmung der Band ist irgendwie auf dem Nullpunkt. Und das Publikum kapiert nicht, dass nicht die Band, sondern der Sound Scheiße war.

Doch kommen wir zu MORTIFER. Leider mir persönlich völlig unbekannt. Die Band bezeichnet sich als Death-Metal Band. Und irgendjemand von der Band meinte im Interview Death-Metal aber irgendwie eher Polter-Metal. Auf jeden Fall sind sie eins: Laut. Und das ist schon mal mit das wichtigste. Ich kann nicht viel über den Auftritt sagen. MORTIFER spielten souverän, der Gesang (?) war OK. Teilweise standen einige von ihnen sehr verkrampft da. Entweder die Aufregung oder die Kälte, denn wirklich warm war es nicht in dem Jugendzentrum. Aber auch hier fehlte irgendwie irgendwas. . Klingt alles leicht konform (oder ich war  schon zu betrunken...). Und dazu auch noch der bescheidenen Sound. Der Höhepunkt ihres Auftritts war ein Cover von FEAR OF THE DARK, welches vom Publikum mit lautem Gesang angenommen wurde. Aber macht euch doch mal selbst ein Bild und besucht eins ihrer Konzerte. Ihr werdet euren Spass haben! Doch verwechselt sie nicht mit der Karlsruher Band MORTIFER.

Kommen wir zu HANDS OF FATE (Homepage). Die schafften es dann auch, die Fussmaschine zu zerstören und die Verstärkersicherung rausfliegen zu lassen. Der Sänger (Martin Zinke) legte sich ins Zeug, so schrecklich wie möglich zu growlen. Und er schaffte es. Aber nun zu den einzelnen Songs (ja, sie gaben mir eine Playlist). Man begann mit THE SLANDERED, bei dessen Intro man echt Gänsehaut bekommt. Es war schon irgendwie faszinierend, was für Töne Kai aus seinem Keyboard zaubert. Der Song kam verdammt gut an, obwohl der Sound nach wie vor Scheiße war. Egal. RUIN THE CREATION kam mir persönlich irgendwie lahm vor (war ich zu betrunken?). GRIEF war dann wieder absolut geil. Ich finde es auch faszinierend, wie lange Martin kreischen und brüllen kann. Und danach kann er noch normal reden. LIEIN' kam irgendwie viel zu schnell. Nach ihrem Auftritt sagte mir Kai, dass sie es heute nicht geschafft haben, auch nur ein Lied fertig zu spielen. Is mir gar nicht aufgefallen. Und auch die letzten beiden Lieder, PROPHECY und RAGING CALM, waren absolut fett. Wenn nicht der Sound so schlecht gewesen wäre. Irgendwie habe ich HANDS OF FATE besser in Erinnerung (1998 Open Air in Hammersbach). Da hat aber auch der Sound gestimmt. Und die Basedrum ging nicht kaputt.

Die letzten am Abend waren PAIMON. Und PAIMON sind richtig, richtig fett. Ich hab zwar keine Playlist von denen, aber die Songs, die sie spielten, waren oberst geil. Ich konnte nur erfahren, dass die meisten Songs von ihrem aktuellem Demo (sowohl CD als auch Tape) FOLLOWING THE AFTERGLOW... stammen. Und dieses ist auch richtig gut. Abgesehen davon, dass sie ein bisschen viel geposed haben, war die "Bühnenshow" in Ordnung, wenn die Bühne größer gewesen wäre. Und den Sound, der wie gesagt schlecht war, den hat man gar nicht mehr bemerkt. Das könnte aber auch an meinem Bierkonsum gelegen haben. PAIMON ist auf jeden Fall ein tipp von mir.

Mein Fazit: Ich gehe auf jeden Fall wieder nach Hammersbach auf ein Konzert. Das nächste Mal ist im März. Und dann wieder Open Air. Ich hoffe nur, dass der Sound dann wieder stimmt und die Basedrum heil bleibt. In diesem Sinne: stay tuned - stay gothic

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Schwarze Träne für GOTHICWORLD