CD-REVIEWS:
CARLOS PERON: "Masse statt Klasse"
...oder Aus dem Leben eines geplagten Rezensenten!!
Gleich VIER CD's
(wovon eine auch noch eine Doppel CD ist) legt der selbsternannte Kultstar
Carlos Perón (oder reichen ein paar Aufnahmen mit Boris Blank, bevor
dieser dann mit Dieter Meier erfolgreich unter dem Namen "Yello" durchstartete
wirklich?) dieser Tage vor. Jedenfalls ist mir der Name Perón
eigentlich nur aus einschlägigen Musikmagazinen bekannt, wo er als der
"Meister" (von was weiß ich auch immer!) betitelt, oder eben als
Kultmusiker bezeichnet wird. Oder aber als Namensgeber (und eventuell
vielleicht auch Produzent?) diverser Sampler.
Nun soll sich mein Ohr
aber trotzdem möglichst objektiv den einzelnen Werken nähern und
meine Feder eine halbwegs anständige Rezension zustande bringen. Nach dem
Durchhören aller FÜNF CD's stelle ich schon mal fest das Carlos
Perón also elektronische Musik weitestgehend ohne Gesang macht. Gut!
 |
|
CARLOS
PERON: "Porcellum Traianum" Do-CD (Strahlenland)
Best off? Aha! - Nun denn. Wild aneinander gereihte, an
Soundtrackversatzstücke avantgardistischer Filme erinnernde, elektronische
Spielereien, mit vielen Effekten, gar expressionistischen Sprachausgaben,
Sounds und Samples, welche ansonsten eher gediegen ruhig Ambient und Trip
Hop-mäßig dahin wabernd aus den Lautsprechern träge
fließen. So nervend und langweilig, daß ich sie nicht einmal als
musikalische Untermalung eines durchaus spannenden Buches nutzen konnte und
einschlief. (siehe Cover ;-)
|
| |
|
|
 |
|
CARLOS
PERON: "La Salle Violette" CD (Strahlenland)
Laut "Waschzettel" der Platttenfirma "ein weiteres Highlight
aus der Welt der erotischen Klänge!" Hhhhmmm... Kritik siehe oben.
Mit dem einzigen Unterschied das die CD nur einen 58 minütigen Titel
hat, der das Scippen unmöglich macht. Hat für meinen Geschmack soviel
Erotik, wie ein alter Mittelwellenampfänger den man ganz ans Ende der
Skala dreht und mit ein paar Rhythmen untersampelt.
|
| |
|
|
 |
|
CARLOS
PERON: "Die Schwarze Spinne" CD (Strahlenland)
Soundtrack zum gleichnamigen Film von Mark M. Rissi Auch ein
"Kultalbum" wenn man den beigefügten Zetteln glauben
darf. Unterscheidet sich insofern, das es um einige Kleinigkeiten besser
ist. Es gibt hin und wieder Melodien, Gitarreneinsätze die manchmal sogar
Songs erahnen lassen. Davon abgesehen ist es wieder nur eine weitere Sammlung
aus dem Samplearchiv eines selbstverliebten Musikers die ohne die Kenntnis der
Bilder nur ermüdend ist.
|
| |
|
|
 |
|
VASHTI
TRALFAMADORE: "Opium" CD (Strahlenland)
Hier sagt die Promotionabteilung das es "eine kosmisch,
elektronische World Sensation" ist "die seinesgleichen sucht". Oder eine
"Elektronik die nur mit Hans Zimmer und Vangelis verglichen werden kann."
Bitte? Also von Hans Zimmer und Vangelis habe ich ja auch schon Sachen
gehört, die durchaus Struktur und Melodie hatten. Und vor allem schön
waren. Mystisch, mythisch... wie auch immer. Ich will nicht ungerecht sein.
"Opium" ist durch den Einsatz von diversen Gesängen
verschiedener Kontinente und dem Mitwirken von "World Music" Elementen das mit
Abstand hörbarste Werk. Immerhin gibt es hier sogar richtige Songs.
Trotz alledem ist es ebenso wie seine Vorgänger, eher eine Platte
für alle Späthippies die sich mal wieder so richtig relaxt die Birne
zukiffen und für irgendein politisches Ziel rumsitzen wollen und
dafür den richtigen Soundtrack suchen. Hier kommen die Farben von ganz
alleine. Oder doch lieber die strippenden Hausfrauen nachts nach 2 Uhr auf
"Scheiße hoch Neun" gucken?
|
|