exclusive interview:

CYBELE
- "Collect dreams with passion, let them make a reaction"

Ihr wißt ja , wie gerne ich mich von netten Gesprächspartnerinnen fesseln lasse. Elisabeth, Keyboarderin der norwegischen Truppe CYBELE war auch so jemand, der mich - obwohl dies Interview via Email ging - zum Ende völlig in der Hand hatte ...
Also ich hätte noch Stundenlang so weitermachen können ...
aber Ihr wisst ja, es geht hier um die Musik dieser Ausnahmeband !!!


Cybele

GW: Hallo Elisabeth! CYBELE war zwar auch schon auf dem WGT zu sehen, aber vielen ist Eure Bandhistory noch nicht so geläufig. Bitte ergründe für uns doch mal die Anfänge von CYBELE.

Elisabeth: >> Also, CYBELE wurde Herbst 1994 gegründet. Wir waren einfach fünf Girls die zusammen Musik machen wollten und nach ungefähr fünf Monaten haben wir uns tatsächlich zum ersten Gig überwunden. Nicht daß wir nicht spielen konnten, aber Du weißt ja wie das ist, am Anfang gehört immer viel Mut dazu nicht als "Proberaum-Band" zu enden. Jedenfalls haben wir so viel wie möglich, live gespielt und so eine Menge Erfahrungen gesammelt. Schließlich gingen wir in ein Studio um ein ordentliches Demo zu produzieren, das wir u.a. auch an Head Not Found / Voices Of Wonder schickten. Tja, und inzwischen haben wir, wenn auch mit einigen Besetzungswechsel drei Alben veröffentlicht. <<

GW: Und wie kamt ihr zu dem Bandname CYBELE?

Elisabeth: >> Wir wählten diesen Namen, weil er zur Zeit der letzten matriarchischen Religion der Name der großen Göttin der Mutter Erde war. Sie und der ganze Kult ist sehr in unsere Musik miteingeflossen, mit den ganzen hypnotischen Beats dieser rituellen Tänze. <<

GW: Nun, Euere aktuelle Besetzung mit drei Girls und einem Boy ist - auch ohne Hintergedanken - sicher eine interessante Konstellation. Wie funktioniert bei Euch das Songwriting und die ganze Arbeit in der Band?

Elisabeth: >> Nun wir sind ja nicht drei Girls und ein Boy auf einer einsamen Insel. Da sind eine ganze Reihe von Leuten an und mit der Arbeit an CYBELE beteiligt. Da wäre unsere Booking-Agentur Mother Dance und unsere Promo Agentur Shureshot. Da ist noch der Mann, der uns die Lightshow macht bei unseren Gigs und die ganzen Jungs und Mädels bei Voices Of Wonder... also wir können uns nicht beschweren. Und was das Songwriting betrifft, wenn die Kreativität fließt, dann lassen wirs laufen. Egal von wem sie ausgeht. Kreativität läßt sich nicht erzwingen, also ist es immer anders. <<

GW: Euer aktuelles Album heißt "Interactive Playground". Was ist die Bedeutung hinter dem Titel?

Elisabeth: >> Als wir die Songs zu "Interactive Playground" erarbeitet haben, lebten Hilde und Ingvild in England. Wir haben die Vorproduktion auf dem Computer gemacht und uns gegenseitig unsere Soundfiles zugeschickt. Das war sehr aufregend und spannend und wir hatten viel Spaß uns gegenseitig mit neuen Sounds und Samples zu überraschen. Schließlich kamen wir alle in Norwegen im Studio zusammen, um das alles zusammen aufzunehmen. Und um Deine nächste Frage gleich vorwegzunehmen: Ja, wir haben richtige Drums auf dem Album! Oder vielmehr Livedrums mit den Drummachinen gemischt. Jedenfalls ist das Album wirklich online entstanden, das ist doch "interaktiv", oder? <<

GW: Hast Du einen persönlichen Lieblingssong auf "Interative Playground"?

Elisabeth: >> Favourite song ... hm ... "Unison" because of the mood in it.<<

GW: Das bedarf wohl keiner Übersetzung! Okay, nächste Frage: "Interactice Playground" klingt insgesamt weniger heavy as Euer Debutalbum. Euer aktueller Sound wird mittlerweile oft mit THE GARBADGE verglichen. Kannst du mit solchen Vergleichen was anfangen?

Elisabeth: >> Weniger heavy ist es, weil wir einfach was Neues versuchen wollten, und uns in weitere Richtungen entwickeln wollten. Wir hören selbst so viele dark bands, aber irgendwann klingt oft alles leider irgendwie gleich. Und wir wollten schließlich nicht wie alle anderen klingen. Wenn man uns jetzt wiederum mit anderen Bands vergleicht, scheint das unvermeidlich. Ich kann verstehen, daß es nicht leicht ist, Musik in Worte zu umschreiben, also vergleicht man. Wir nehmen das aber eigentlich niemand übel. <<

GW: Glaubst Du, daß Eure Musik von anderen Künster beeinflusst ist?

Elisabeth: >> Ich glaube davon kann sich kein Musiker freisprechen. Wir haben auch bestimmt nicht den Anspruch eine neue Art von Musik zu erfinden. Während der Entstehungszeit des Albums haben wir viele Sachen wie Massive Attack, Bjork, The Cure, Motorpsycho und auch viele sehr kommerzielle Sachen gehört. Kommerzielle und erfolgreiche Musik ist meistens sehr sehr gut produziert, deshalb kann man da doch recht viel von lernen. <<

GW: In Promotext Eurer Plattenfirma hab ich gelesen, daß Ihr mit Eurem aktuellen Output versucht, auch außerhalb der Gothicszene mehr Aufmerksamkeit zu erringen. Ihr habt bereits zweimal auf dem Wave Gotik Treffen gespielt. Was haltet Ihr von dieser Szene?

Elisabeth: >> Ich liebe diese Dunkelromatik wirklich. Es gibt so viele Gothicbands, die Stimmungen erzeugen können, von denen die Popstars nicht mal träumen. Und das Publikum ist unvergleichlich aufmerksam und begeisterungsfähig. Aber wir hoffen mit unserem Album auch ein paar Fans außerhalb dieser Szene zu gewinnen. Live wird das Ganze dann schon wieder etwas härter klingen. <<

GW: Plant Ihr auch dieses Jahr ein paar Liveshows in Deutschland?

Elisabeth: >> Patty von Mother Dance versucht uns gerade einige Festivals in Deutschland zu buchen: WGT, ein Festival in Aschaffenburg und in Magdeburg im Mai. Im Juni haben wir dann noch einige Gigs in Italien. Wir werden Euch rechtzeitig informieren. <<

GW: Schon neue Songs in Arbeit für die weiter Zukunft?

Elisabeth: >> Ja, wir haben schon neue Ideen, aber erstmal stehn die Livegeschichten im Vordergrund. Ronny unser Bassist hat sich übrigens jetzt eine Bandpause genommen. Nun sind wir endlich wieder eine echte Girlieband, jeah! Hilde singt, Ingvild bearbeitet die Gitarren und ich schlag mich mit den Synthies und Samplern rum. Die Drums werden vom Band kommen, aber ich hab da keine Probleme mit, das machen doch alle mittlerweile. Und bei uns drei Fegern wird sich bestimmt keiner daran stören (lacht)!

GW: Bestimmt nicht, denn den Feger hinter den Drums würde man ja eh kaum sehen! Eine Frage noch: Was macht Ihr so, wenn Ihr nicht gerade mit der Arbeit mit CYBELE beschäftigt seid?

Elisabeth: >> Na, das ist doch schon Privatsphäre, oder? Willst du wissen ob wir alle Boyfriends haben (lacht)? Also, zwei von uns machen regelmäßig Karate! Ein guter Weg Konzentration zu lernen, Energie zu bündlen und rechtzeitig raus zu lassen! Willst du noch was wissen? <<

GW: Ähhh ... v-vieleicht noch ein paar nette Worte an das Volk?

Elisabeth: >> We are looking forward to see you again in May! "Collect dreams with passion, let them make a reaction" - from the song "Dreams", "Interactive Playground".


Sir Ritchie für die GOTHICWORLD

zum CD-Review von "Interactive Playground"