CD-REVIEWS:
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SALTATIO
MORTIS: "Heptessenz" CD (Napalm Records)
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Im Pressetext der Plattenfirma
vorkommende Aussagen wie: "Zum ersten mal gelingt es einer
Mittelalter-Band
" oder "SALTATIO MORTIS gelingt die Quadratur des
Kreises
" kann man augenzwinkernd akzeptieren - weder gelingt hier was das
erste Mal, noch klappt die Quadratur des Kreises (würde auch gar nicht in
den CD-Player passen), aber was aus den Boxen kommt, ist schlicht
mitreißende, perfekt gemachte und wunderschöne
Mittelalter-Musik.
Das nunmehr dritte Werk von SALTATIO MORTIS
"Heptessenz" ist mit originaler - handgefertigter - Instrumentierung und
ohne jede elektronische Spielerei eingespielt. Vom ersten Ton an ergibt sich
das stimmige Bild eines bunten Jahrmarkttreibens, wilder Ausgelassenheit und
purer Freude am Spiel. Die Authentizität betrifft nicht nur das
handwerkliche, sondern auch die Auswahl der Stücke. Der trommellastige
Opener greift das Thema des Merseburger Zauberspruchs auf, man ist sofort
gefangen und lässt sich nur zu gern entführen auf einen Ritt durch
die vielfältigen musikalischen Landschaften des Mittelalters.
Vom
byzantinischen Weltreich (Theophanus Tanz) bis ins maurische Spanien (Cantiga
Alhambra) reicht die Auswahl an Titeln auf der CD. Die Akribie, sich neue
Quelle zu erschließen und noch nicht ausgelatschte musikalische Pfade zu
betreten, zeugt von der Professionalität und dem hohen Anspruch an das
eigene Schaffen, dem Saltatio Mortis voll gerecht werden. Die Musik darf sich
ungestört entfalten, denn nur bei zwei Songs mischt sich (passender)
Gesang ein. Aufgenommen wurde die CD übrigens im Twilight Sound Studio von
Meister Lutz, der auch für UMBRA ET IMAGO und DRACUL die Regler schob.
Das Ergebnis belohnt den Hörer, der es schwer haben wird, seinen
Körper unter Kontrolle zu halten. Spätestens das rasante
"Tarantella", angelehnt an die "Veitstänze" bei hysterischen
Anfällen, lässt einen das Ende des Winters und den Beginn der
Freiluft-Saison herbeisehnen - SALTATIO MORTIS werden sich nämlich
auf verschiedenen Festivals die Ehre geben und dort sicher massenhaft
hysterische Freudenanfälle und gesteigertes Tanzbedürfnis
produzieren.
Zusammenfassend also ein musikalischer Goldklumpen, den
man wieder und wieder genießen kann, Entdecker dieser Musikrichtung
genauso wie Leute, die meinen sie hätten schon alles gehört.
Einen Kritikpunkt gibt es dann aber doch: Kann mir irgendjemand sagen,
ob es ein Gesetz gibt, dass musikalische Variationen des Palästinaliedes
auf einer Mittelalter-Musik-CD zwingend vorschreibt? Da kommen nämlich
auch SALTATIO MORTIS nicht drum herum. Schade.
Daniel "Bela" Bartsch für
GOTHICWORLD
"Heptessenz":
01 - Der Merseburger
Zauberspruch 02 - Heptessenz 03 - Theophanus Tanz 04 - Dessous le
Ponte de Nante 05 - Cantiga Alhambra 06 - Danza del Rey 07 - A
Matre 08 - Tarantella 09 - Chaperon Rouge 10 - Welscher
Weibertanz 11 - Palästinalied (Via Infernale) 12 -
Valete
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Kontakt:
www.saltatio-mortis.com |
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