CD-REVIEWS:

Trockenzeit    STAUB:
"Trockenzeit"
CD (Trisol / EFA)

StaubEinen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen STAUB mit ihrem Album "Trockenzeit" bei mir. Ist es nun innovativ und damit gut, oder ist es schlichtweg an der Zeit vorbei und damit fast schon unangenehm?

Mit ihrem Grundgerüst aus härteren Gitarren, einigen Industrialsamples und dem tiefen deutschen Gesang, erinnern sie irgendwie an das, was man vor knapp sechs Jahren als NEUE DEUTSCHE HÄRTE verkaufen wollte. Klingen eben oft nach alten WITT, RAMMSTEIN oder OOMPH Nummern. Dann aber schaffen sie es wieder, dem Ganzen einen melancholischen Touch mit Hilfe von einigen wehmütigen Hooklines zu verleihen ("Haben und Wollen") die sich schnell ins Ohr schrauben. Oder steigen bei "Der Hüter" fast zu den Qualitäten einer relaxten Jamsession auf, um am Ende gar (trotz Didgeredoo und Sitar) bald wie die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN in ihren ruhigen Passagen zu klingen. ("Die am Leben bleiben") Manchmal sind ihre Lyrics tiefsinnig poetisch, manchmal schlittern sie arg an der Peinlichkeitsgrenze lang. ("Schöpfung")

Und doch ist es ein Album das man sich ohne große Schmerzen anhören kann, ein paar deftige, harte Passagen liefert, einige gute Melodien und Gesangseinlagen, immer gekonnt zwischen Industrial, hartem Rock und eben o.g. Stil hin und her pendelnd, ohne unausgegoren zu klingen.

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht! Für Freunde der o.g. Vertreter ist dieses Album mit Sicherheit ein Genuß und so richtig schlecht ist es ja auch nicht. Besonders die am Schluss angehangene Version des Stückes "Treibholz" in der Interpretation durch SAMSAS TRAUM würde ich als kongenial bezeichnen. Beweist sie einmal mehr wie sehr sich Alexander Kaschte (der hier auch als Produzent fungiert!) vom Heavy entfernt hat.

Insgesamt würde ich sagen, ein Anhören lohnt sich auf alle Fälle, denn es muss nicht immer ein super Anspruch hinter jeder Veröffentlichung stehen. Und STAUB sind zumindest experimentierfreudig und eingängig zu gleich, simpel ohne blöde zu klingen und können sich mit den anderen Heroen der NDH durchaus messen.

Die Frage die man sich einfach stellen muss ist eben nur:
Ob man überhaupt Lust auf eine weitere Scheibe dieser Art hat.
Aber das muss man eigentlich bei jedem Album...


Thomas Sabottka für GOTHICWORLD


"Trockenzeit":

01 - Das Land
02 - Treibholz
03 - Story Of Pain
04 - Trockenzeit
05 - Haben und Wollen
06 - Ich bin
07 - Schöpfung
08 - Staub
09 - Der Hüter
10 - Die am Leben bleiben
11 - Treibholz (Samsas Traum Mix)
     Kontakt:

www.trisol.de

to the reviews