CD-REVIEWS:

Psychonomicon    GARDEN OF DELIGHT: "Psychonomicon 1991-2001" Do-CD
(Trisol Music Group)
     

Mit Garden Of Delight ist das ja immer so eine Sache.
Sie klingen so, als würden sie genüßlich irgendwo zwischen Joy Devision, Sisters Of Mercy und The Mission hin und her zelebrieren, was ja durchaus seinen Reiz haben kann wenn man darauf steht und in ewiger Nostalgie versinken will. Erschwerend kommt hinzu, das man ja sagt, wenn eine Band ein "Best Off" Album rausbringt könnte dies der Anfang vom Ende sein.

Im vorliegenden Fall werfen Garden Of Delight ein Doppelalbum auf den Markt, wobei sie die "Best Off-Klippe" geschickt umschiffen in dem sie es nicht so nennen. Es handelt sich nämlich einerseits um eine Sammlung sämtlicher Singles die seit 1991 erschienen sind, aber auch um die Liveaufnahme eines Konzertes. Die Singles zeichnen sich durch eine überraschende Kürze aus, die man von GOD nicht unbedingt gewöhnt ist. Denn ihr großes Problem ist, das sie meistens ihre Songs mit ellenlangen Gitarrenriffs zu Tode reiten und so in die Länge ziehen, das es eher einer Selbstverliebtheit nahe kommt, als einem wohligem Nostalgietrip.

Wie gesagt, die Singles sind relativ knapp und kompakt gehalten, und sind somit ein gutes Stück Musik für alle die, nach deren Meinung wahrer Gothic Rock seit den guten, alten Zeiten vorbei ist. Gitarren wie bei The Mission und die männlichen Vocals nach Ian Curtis klingen müssen. Mein Ding ist es nicht unbedingt da es ein wenig den bitteren Beigeschmack des Stillstands trägt und ich die positiven Entwicklungen der letzten 10 Jahre vermisse. Nur für die Schnelligkeit mit der die Singles auf den Punkt kommen, gibt's nen Bonus!!

Tja, und live?
Viel Atmosphäre, viel Traurigkeit, flirrende langsam wie Nebelschwaden dahin wabernde Gitarrenakkorde, ein fast nicht zu bemerkendes Schlagzeug, die Stimme des Sängers kling ein wenig bemüht, verkrampft und alles wird in bester Psychedelicmanie in die Länge gezogen.
Wall Of Voodoo haben mal gesagt, dass sie Musik machen wollen, die klingt als würde ein Zombie in Cowboystiefeln daher kommen. Bei GOD ist der Zombie schon lange tot und nur der heiße Wüstenwind weht leise über die gebleichten Knochen.
Wie gesagt, für Freunde der guten, alten Zeit in der alles besser war...
Durchaus reizvoll!
Mich ermüdet es dann doch!!
Schade!

Thomas Sabottka für GOTHICWORLD


"Psychonomicon"-Tracklist:

CD1 (Singles & Bonus Tracks):
01. Spirit Lovers (To Mega Therion)
02. High Empress
03. Psychonomicon
04. Shared Creation
05. Agony
06. Ceremony
07. Necromanteion 2001
08. Spirit Invocation (UK Release)
09. Exodus (Reveiled)
10. The Seal (Ia Sarru Mass)
11. Realm Of Chaos
12. Ancient God
13. Fallen Angels

CD2 (live):
01. Intro
02. Necromanteion
03. Shared Creation
04. Eternal Sleep
05. Astral Traveller
06. Twilight
07. Agony
08. Spirit Lovers (To Mega Therion)
09. High Empress
10. Exodus
11. The Seal (Ia Sarru Mass)
12. Exorial
13. Shariah
     Kontakt:
garden-of-delight.com

www.trisol.de

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