CD-REVIEWS:
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MILA MAR:
"Picnic On The Moon" CD (StrangeWays)
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Die
Veränderungen nach dem letzten Album und der Tour zeichneten sich ja schon
all zu deutlich ab. Nicht zuletzt im Weggehen zweier Mitglieder der Band, die
sicherlich das musikalische Gewand mit bestimmt haben. Jetzt ist es also
soweit! MILA MAR legen mit "Picnic on the moon" ihr neues Album
vor und es ist an der Zeit, sich dem Album zu widmen und die möglichen
Auswirkungen auf die Musik zu entdecken. Um es gleich zu sagen: Es gibt
sie!
Und die Fans der früheren Alben dürften wahrscheinlich
auch ihre Schwierigkeiten mit "Picnic on the moon" haben. MILAR
MAR haben sich vom leicht ungeschliffenen Charme, komplexer Arrangements
und eher klassischen Instrumentierungen, mehr zum leichter konsumierbaren Pop
entwickelt. Von der zerbrechlichen Mystik tanzender Elfen, hin zu einer Art
Science Fiction Atmosphäre die vor allem in den moderneren Sounds zu
erkennen ist. Irgendwo zwischen chilligen Trip Hop, leicht ethnologischen
Elementen und in ihren stärksten Momenten an KATE BUSH erinnernd, bewegen
sich die beiden übrig gebliebenen Masterminds Anke Hachfeld und Maaf
Kirchner auf ihrem "Mondpicknick".
Die Songs sind eindeutig gefälliger,
leichter, beschwingter, lassen aber trotzdem nicht die Experimentierfreudigkeit
vergangener Tage vermissen. Es ist Popmusik! Was ja nicht negativ sein muss,
vor allem dann nicht, wenn man sich sicher sein kann, das der sog. Mainstream
auch mit diesem Album nicht erreicht werden wird. Auch wenn man sich des
Eindrucks nicht erwehren kann das MILA MAR genau danach schielen. Die
Rhythmen des neuen Albums würden auch gut zu MASSIVE ATACK oder BJÖRK
passen. Die Melodien sind weich, beschwingt, fließend, manchmal noch
etwas betörend und fremd, so werden aber auch neben sehr vielen
elektronischen Soundgebilden, E-Gitarren und melancholische Streicher
verwendet. Daneben ist eine gewisse Vorliebe für afrikanische und
arabische Elemente in den rhythmischen Grundgerüsten und
Percussiongebilden zu erkennen. Über allem aber, thront immer noch
Amazonen - und Lolitagleich, die einmalige Stimme von Anke Hachfeld, mit ihrer
faszinierenden Vielfalt an Intonation und der Vorliebe für
Phantasiesprachen. Hier erweist sich auch die Stärke des Albums und der
tröstliche Beweis das es trotz aller Veränderungen hin zum Pop, immer
noch MILA MAR sind, die uns ein bezauberndes, traumhaftes Werk schenken.
Wie gesagt, Fans der alten Alben werden vielleicht ihre Probleme haben,
alle die MILA MAR mit diesem Album erst entdecken, werden auf jeden Fall
mit einem wunderschönen, manchmal entrückten, aber nicht allzu
gewagtem Popalbum belohnt.
Der Limited Edition liegt übrigens eine
zweite CD bei, auf der sich diverse Künstler einige Stücke des Albums
zur Brust genommen und remixed haben. Was den Eindruck des poporientierten
Blicks in eine mögliche Zukunft von MILAR MAR noch verstärkt
aber nicht unbedingt mit Highlights aufwartet. Der Faktor Gefälligkeit
drängt sich hier allzusehr in den Vordergrund.
Fazit: Etwas
zwiespältig sind die Empfindungen beim Hören von "Picnic on the
moon", aber schlecht ist das Album auf gar keinen Fall!
Thomas Sabottka für
GOTHICWORLD
Tracklist: 01 - In the Name of... 02 - Sense of
Beeing 03 - Arabesque 04 - Yellow Fish 05 - Picnic on the Moon 06 -
Herz 07 - Top Secret 08 - Short Cuts 09 - Bommerloo 10 - Epilog
(live) 11- Nach Elf im Wald 12 - Videotrack: Sense Of Beeing
plus
Bonus-CD mit 8 Remixen (Bobok, Vincent Wilkie, Der Dritte Raum, God´s
Bow, ...)
Kontakt: www.milamar.de |