CD-REVIEWS:
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PSEUDO:
"Introversion" CD (Eigenvertrieb)
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Den
Blick nach Innen gerichtet hat PSEUDO aka Toni Meier, bei seinem
selbstproduzierten Debüt. Das geschieht dann auch sehr elegisch, langsam,
fast mystisch in einer langen Reise in die Welt hinter den Augen.
Durch
das Fenster zur Seele, begibt sich PSEUDO in die unendlichen
Abgründe des Innenlebens, sich Zeit nehmend, dass ich an einen Spruch von
ANGELO BADALAMENTI denken musste. Damals als er für DAVID LYNCHS TWIN
PEAKS den Soundtrack komponierte, waren dem Regisseur die Entwürfe
BADALAMENTIS immer zu schnell und wenn ANGELOS Frau abends fragte was er
tagsüber gemacht hatte, antwortete dieser, er habe langsam gespielt.
Denn genau das tun PSEUDO auch! Sie spielen langsam.
Abgeklärt und ohne große Anstrengungen. Mit dunklen, schwebenden
Pauken, leichten Orgelmelodien, einigen wehmütigen Streichern und vollen
Keyboardflächen. Hin und wieder einer E-Gitarre die aber auch nie richtig
hart wird und vor allem einer Stimme, die flüstert, seufzt und sich dem
endlosen, langsamen Fall ebenso anschließt wie die Kompositionen.
Alle Stücke bewegen sich um die 8 min, manche sind länger,
was aber eigentlich nicht auffällt, da man sich eh in einem sanften Strom
aus dunklen Melodien bewegt, der endlos durch die Nacht fließt. Irgendwie
müssen die Ents bei Tolkien so geklungen haben, wenn sie denn Musik
gemacht hätten. Das ganze hat durchaus seinen Reiz, für Liebhaber
gepflegter Melancholie und endlos selbstprojezierter Verinnerlichung ist dieses
Album sicher ein schönes Beiwerk zum schweren Rotwein, blakenden Kerzen
und hin und wieder einer kleinen Tüte. Wer aber mehr auf Innovation und
Abwechslung steht sollte die Finger weg lassen. Allzuschnell könnten sich
Ermüdungserscheinungen einstellen, aus der gepflegten Melancholie nervende
Belanglosigkeit werden.
Für "Introversion" muss man sich
Zeit nehmen, und bereit sein, den Gedankengängen zu folgen. Das Album
könnte den (nicht negativ gemeinten!) Untertitel "Bonjour Tristesse"
tragen. Und für diese muss man schon ein Faible haben! Aber haben das
nicht alle Gothics?
Ein durchaus gelungenes Debüt also, das
ein Anfang ist und man darf gespannt sein wie (und ob) sich PSEUDO
weiter entwickeln wird.
Thomas
Sabottka für GOTHICWORLD
Tracklist: 01 - Invisible 02 - Loneheart 03 -
Things I never had 04 - Eine handvoll Staub 05 - Memorties 06 -
Instabil In(tro)vertiert 07 - Invisible 08 - Das Egozentrische
Weltbild
Kontakt: www.pseudoe.de |