CD-REVIEWS:

Suspiria De Profundies  L'Âme Électrique  Die Form:

"Suspiria De Profundies"
"L'Âme Électrique"

(Trisol Music Group)


Kauft man sich eine DIE FORM CD eigentlich wegen dem Cover oder wegen der Musik ?
Der Overkill der re-releases geht jedenfalls munter weiter im Hause Fichot, und wer dem Cover eher den Vorrang gibt, der ist definitiv gut bedient. Denn die Aufmachung, Digipack und gepflegtes Booklet, beinhalten durchweg wunderschöne, ästhetische, leicht am SM entlangschliddernde s/w Erotikfotos...
Und die Musik?

Ich gestehe das ich die Originalaufnahmen aus der Mitte der Neunziger, des umtriebigen Franzosen nicht kenne, und halte mich deshalb an die Tatsachen. Die beiden vorliegenden CD's sind nicht nur vom Booklet sondern auch von der Aufnahmequalität und vor allen der Länge her, jeden Cent ihres Preises wert. Und wenn man eine Vorliebe für opernhafte Filmsoundtracks, gemischt mit minimalistischen, eher ruhigem Electro, gelegentlichen Klangexperiementen hat... dann ist man bei DIE FORM sowieso richtig.

Philippe Fichot`s Klangwelten, erinnern oft an KRAFTWERK, sind aber trotzdem erfrischend modern, fließen, nur gelegentlich schneller, eher ruhig dahin, ohne je langweilig zu werden. Manchmal wird er etwas rauer, jagt seine Sprachsamples durch den obligatorischen Vocoder und schafft es insgesamt einen Bogen von martialischen Rhythmen, hin zu opernhaften Hymnen, mit sakralem Touch zu schlagen und immer ein Gefühl für Melodie zu bewahren. Wenn man aufmerksam hinhört, fällt einem auf, das man genau diese Mischung schon des Öfteren gehört hat. Eine Frauenstimme, so voll, so klar wie eine Operndiva im schönsten Sopran, die leicht avantgardistischen Sounds, das elektronische Gewand, die gelegentliche Monotonie, der manchmal stampfende Rhythmus, dann dieser minimalistische Endsiebzigersound, die verzerrte, männliche Stimme, die abgehackte Intonation... und man ist sich nie so sicher.

Wo habe ich das schon mal gehört?
In einem Film?
Bei einer anderen CD?
Namen geistern durch den Kopf, doch man spricht sie nie aus, da man ja niemandem weh tun will.
Und am Ende bleibt die Frage ob es nicht doch DIE FORM ist,
die man irgendwann mal vor Jahren gehört hat und die eben immer das Original waren.


Thomas Sabottka für GOTHICWORLD

Kontakt: www.trisol.de

"Suspiria De Profundies"-Tracklist:
01. Santa Dolore
02. Chain Reaction
03. Animalized
04. Man Sonic
05. Mental Epidemic
06. Cantique I
07. No Future
08. Automat
09. Child Of Sorrows
10. Hurt Me
11. Via Dolorosa
12. Sonic Temple
13. Suspiria De Profundis
14. Poison II
15. Cantique II
     "L'Âme Électrique"-Tracklist:
01. Martyrium
02. Phenomena Of Visitation I
03. Rosa Aeterna
04. La Somnambule
05. The Hate
06. Le Réve
07. Martyrium I (The Lovers)
08. La Machine Moderne
09. Le Réve I
10. Luminary
11. Hallucigenia
12. Unreal Cinema I
13. The Hate II
14. Phenomena Of Visitation II
15. Phenomena Of Visitation III

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