Live-Review:

TORSO FICTION - 12.04. Dark Area, Kassel

Torso FictionRelativ neue oder unbekanntere Bands sind einfach unglaublich interessant, zumindest für mich und gerade in diesem Genre. Könnte es doch sein, dass man wirklich mal auf etwas vollkommen Neues trifft, oder auf etwas, was man schon lange vermisst hat.
Und noch immer hatte ich auch im Hinterkopf, dass man diese Band, die eine neue CD produziert und auch schon eifrig dabei ist, gerne unter Vertrag hätte. Trotz diesem Wissen ging ich eher ohne Erwartungen auf das Konzert, um hinterher nicht eventuell komplett enttäuscht zu sein, wie es auf Konzerten ganz gern einmal vorkommen mag. Zudem ist man unbelastet auch besser auf alles vorbereitet.

Das Konzert war leider, im Gegensatz zu dem, was man hätte erwarten können, ja, hier hatte ich schon Erwartungen, nicht sonderlich gut besucht. Stammen die Bandmitglieder doch zum größten Teil ursprünglich aus Kassel und sind sie auch gerade hier nicht unbedingt so unbekannt, hätte man mit größerem Zulauf rechnen können. Jedoch hatten die Leute, die dort waren ihren Spaß an dem Konzert.

Die Stimmung war gut und ausgelassen, was nicht zuletzt an der charismatischen Ausstrahlung von Torso Fiction lag. Nicht nur, die neuen Songs, die zum Teil tatsächlich schon fast überwältigend waren, vor allem, der Fortschritt, den Runa gesanglich machte, erstaunte sehr, so bekam man auch mit, dass die Band wirklich Spaß am Auftritt, der Musik und dem Publikum hatte.

Torso FictionImmer wieder, in den alten Songs eingebettet, stellten sie neue Songs vor, die musikalisch und, wie schon erwähnt, stimmlich weitaus ausgereifter waren, als die Songs der ersten CD. Ihrem Stil sind sie treu geblieben, so herrscht weiterhin ein elektronischer Stil, den man allerdings eher verschiedenen stilistischen Richtungen des schwarzen Genres zuordnen kann, beibehalten. Weiterhin wechseln sich weibliche und männliche Vocals ab, Duette sind recht selten.

Hatte man bei der "Paradox" schon den Eindruck, dass die Wurzeln dieser Band irgendwie in den 80ern liegen, so verstärkt sich der Eindruck bei den neuen Songs. Gerade Runa, die anscheinend die Lust am experimentieren mit ihrer Stimme entdeckt hat, kann man eben dies hören. So gibt es in den neuen Songs Potential, das leicht an Anne Clark erinnern lässt, ohne diese tatsächlich zu kopieren. Denkt man an das Debutalbum zurück, auf dem Runa ein eher unbedeutendes, dünnes Stimmchen war und die Songs mit ihren Vocals eher ruhig erschienen, so hat nun auch sie Songs, mit erkennbarer Tanzflächentauglichkeit, ein Anspieltipp wäre hier "Come to me". Ein beatlastiger, treibender Song, den man stilistisch jedoch nicht vollkommen einordnen kann. Zu den sehr wohl treibenden Beats bildet Runa hier mit ihrer ruhigen, leicht dunklen Stimme eine Brücke zum Dark Wave.

Torso FictionAber natürlich sind auch die neuen Songs, in denen Renés Stimme vorherrscht gelungen. Hat er schon die eher beatlastigen Stücke auf dem Debutalbum gesungen, so wird dies auch auf dem neuen Album sein, was man bisher hören durfte.

Alles in allem war dies ein sehr gelungenes Konzert mit einer ausgelassenene Band, die viel Spaß an ihrem Schaffen hat und deren Songs sicher die Dancefloors beleben werden.

Ich würde euch raten, die letzten CDs, des fast vergriffen Debutalbums (Auflage: 300 Stück!) zu ordern, denn mit Sicherheit wird man in Zukunft einiges von Torso Fiction hören werden.


Schaut einfach einmal auf ihrer Homepage: www.torso-fiction.de vorbei
und hört auch in die neuen Songs rein.
Der Band weiterhin viel Spaß an der Musik und natürlich viel Erfolg!

Astrid Stephan (www.kassel-szene.de) für GothicWorld


Zum CD-Review "Paradox"