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UNTOTEN - Autrittsverbot

Bei der "Look of Blasphemie" Tour der UNTOTEN kann auf Grund von Interventionen seitens der Kirche und verschiedenen Sektenbeauftragten das "blasphemische" Konzert in Zweibrücken, geplant für Mittwoch den 24.4. 2002, leider nicht stattfinden. Der Verfassungsschutz ermittelt.
Mittlerweile liegen zu dem Unding paar Hintergrundinfos vor. Hier ein Artikel aus der "Rheinpfalz Nr. 80":



Konzert der Gothic-Kultgruppe "Untoten" im Juz geplant
Jugendamtsleiter Rubeck fordert Absage - Vojvoda: Teil der Jugendkultur



Am 24. April soll die Gruppe "Die Untoten", die der sogenannten "Gothic-Szene" zuzurechnen ist (siehe Stichwort), mit ihrer Tour "The Look of Blasphemie" (zu Deutsch etwa: "So sieht Gotteslästerung aus") ins Zweibrücker Jugendzentrum. Eingeladen hat der stellvertretende Leiter des Fördervereins Jugendzentrum, Mario Vojvoda. Jugendamtsleiter Joseph Rubeck, der erst vorgestern von dem geplanten Konzert erfuhr, hält die Gruppe für bedenklich und fordert eine Absage des Konzerts.

"Es passiert zum ersten Mal, dass sich jemand über ein geplantes Konzert der ,Untoten' aufregt", meint Mario Vojvoda, der den Auftritt der Gruppe organisiert hat. "Dies geschah ohne Absprache mit dem Leiter des Jugendamtes, Herrn Rubeck. Marc Kambach, der Leiter des Jugendzentrums, lässt mir bei der Auswahl der Konzerte freie Hand", so Vojvoda, der öfter Konzerte für Jugendliche organisiert und die Musikzeitschrift "Legacy" herausgibt. Kambach selbst war gestern Nachmittag zu keiner Stellungnahme bereit.

Erst durch den Pastoralreferenten der katholischen Pfarrei Heilig Kreuz, Paul Beyer, war Rubeck auf das Konzert aufmerksam geworden. Beyer, der in Heilig Kreuz für die Jugendarbeit zuständig ist, hatte bei einem Spaziergang zufallig am Jugendzentrum die Faltblätter gefunden, die auf das Konzert hinweisen. Wie er sagt, habe er daraufhin sowohl mit dem Leiter des Jugendamtes als auch mit dem Leiter des Jugendzentrums Kontakt aufgenommen, um sich nach dem erzieherischen Wert eines solchen Konzertes zu erkundigen. Kambach habe ihm gesagt, jeder mache seine Arbeit. und man solle sich doch nicht in die Quere kommen. Ganz anders sei die Reaktion von Rubeck gewesen, der ihm sofort zugesagt habe, alles zu tun, um dieses Konzert zu unterbinden.

Auch gegenüber der "Rheinpfalz" äußerte Rubeck, dem als Leiter des Jugendamtes auch das Jugendzentrum unterstellt ist, seine Bedenken. "Mich stört der Name der Band. ,Die Untoten'. Auch das Wort ,Blasphemie' im Tour-Titel lässt aufhorchen. In einem städtischen Jugendzentrum sollen keine Sachen laufen, die in Richtung Satanskult gehen." Am Montag habe er ein Gespräch mit dem Jugendschutzbeauftragten von Rheinland-Pfalz. "Meinen Mitarbeitern habe ich bisher viel Freiraum gelassen, und nicht alle Veranstaltungen waren mit mir abgesprochen. Dies wird sich in Zukunft ändern müssen". ergänzte Rubeck. Gerade durch die jetzt bestehende räumliche Distanz zum Jugendzentrum - das Jugendamt ist ins Rathaus umgezogen - habe er nichts von dem Konzert gewusst.

Vojvoda, der katholische Theologie, Kunstgeschichte und Archäologie studiert, verteidigt hingegen das Konzert der "Untoten". Er habe keinerlei Schwierigkeiten mit einzelnen Titeln der Gruppe. In der Bibel sei auch die Rede von Tod und Teufel, und die sei nicht zensiert. "Es ist ein Teil der Jugendkultur, und ich wette, dass danach in Zweibrücken keine Katzen geschlachtet werden. Nicht jeder, der diese Musik hört, ist ein Satanist", rechtfertigt er diese Musikrichtung. Rechtlich sei die Gruppe nicht angreifbar, denn sie stehe nicht auf dem Index. "Es werden Leute aus einem Umkreis von 200 Kilometern zu dem Konzert kommen. In allen gängigen Musikzeitschriften laufen die Voranzeigen", so Vojvoda. (bsg)

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Homepage: www.untoten.com