CD-REVIEWS:
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SYRIA:
"Slow Night" CD "Meanwhile" CDS (Black October
Records)
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Christian Dörge ist eine dieser Lichtgestalten, welche seit
Jahren immer irgendwie ihre Finger im Spiel haben, neue Projekte erarbeiten und
doch nie den ganz großen Durchbruch schaffen. Der Mann hat Romane
geschrieben, die dann nie, oder nur in Fragmenten, veröffentlicht worden
sind. Ging auf ausgedehnte Lesetourneen, tummelte sich mit seinen Gedichten in
diversen Literaturmagazinen und hat inzwischen sieben" Fulltime CDs
herausgebracht. Und wer kennt ihn wirklich?
Nur Eingeweihte wissen um
die legendäre Zusammenarbeit mit Tilo Wolff und Oswald Henke auf
Dörges erster Solo CD. Titel die inzwischen nur noch über MP3
Tauschbörsen zu erhalten sind, und mit denen alle daran Beteiligten, aus
welchem Grund auch immer, nichts mehr zu tun haben wollen. Nun legt Hr.
Dörge unter seinem Projektnamen SYRIA eine Maxi und ein Album vor,
das von umfangreichen und einzigartigen Promomaterial begleitet, zumindest die
Aufmerksamkeit des "Rezensionisten" erzwingt.
Fast wie bei einer
Theateraufführung, wird man mit einem "Programmheft" über Weg und
Werden des Christian Dörge informiert. Erhält allerlei Texte zu
seinen vergangenen und seinem aktuellen Werk. Nun, lassen wir diesen,
finanziell bald wahnsinnigen, Aufwand mal beiseite und widmen uns
möglichst unvoreingenommen dem Album "Slow Night" und der
ausgekoppelten Maxi "Meanwhile".
Die Musik von SYRIA ist
ein entspannter und abgeklärter Soundtrack, der Elemente alter
Synthieklänge wie sie in den 80ern revolutionär waren, mit
Chillout-Rhythmen, einem extrovertierten an Chanson erinnernden Pianospiel, und
gelegentlichen Rockgitarren verbindet. Über allem erklingt die ebenfalls
zurückhaltende, sehr lakonische und von sanfter Ironie getragene Stimme
Christian Dörges. Hier und da blitzen Jazz- oder Swingelemente auf,
manchmal glaubt man die monoton-genialen Kompositionen eines PHILIP GLASS zu
hören, dann wieder den frühen Popindustrial von PSYCHIC TV. Hin und
wieder taucht ein verschmitzter Popappeal auf, genauso wie sich manchmal eine
leicht melancholische Tristesse entfaltet.
Die MCD "Meanwhile"
kommt mit sehr gelungenen, weil verhalten arrangierten, Remixen des
Titelstückes und einigen interessanten Bonustrcks daher. Dürfte
insgesamt aber eher etwas für Fans (so es sie gibt!) oder Sammler sein.
Allen anderen sei "einfach nur" die CD "Slow Night" ans Herz bzw. Ohr
gelegt.
Insgesamt arbeiten SYRIA auf beiden CDs sehr leicht,
voller Eleganz, so als würden sie nichts so richtig ernst nehmen, und man
gewinnt den Eindruck als ob es Dörge egal ist, ob er nun mit diesen Werken
den Durchbruch schafft. Oder mit dem nächsten, oder eben nie.
Aufwendig gestaltete Booklets, (so das auch der "Nichtrezensionist" seinen
Anteil am Gesamtkunstwerk erhält) begleiten die Musik. Und man sollte sich
die Zeit nehmen die Texte zu studieren, um vielleicht wenigstens teilweise den
Humor und die Poesie hinter SYRIA zu erahnen.
Faszinierend sind
die beiden CDs allemal. Langweilig werden sie auch nie. Und wer sich die
Mühe macht, das Augenzwinkern hinter dem scheinbar intellektuellen
Überbau zu erahnen, der wird mit einer virtuosen, wunderbar leichten Musik
belohnt, die den Charakter eines perlenden Weißweins in den sommerlichen
Straßen eines Pariser Cafés hat.
Thomas Sabottka für
GOTHICWORLD
Tracklist "Slow Night": 01 - The Visitors 02 -
Meanwhile(Shooting Star-Treatment) 03 - When Night Is Falling 04 -
Cassandra 05 - Strange Days 06 - Morphine 07 - Slow Night 08 -
Summer Rain 09 - On The Beach 10 - Masquerade 11 - Embrace the
Darkness 12 - Anymore (edit) 13 - I Hear You Breathing 14 - For All
Tomorrow´s Lies 15 - Driving Music 16 - Sometimes In Winter 17 -
Before Sunrise 18 - What You Leave Behind
Tracklist
"Meanwhile": 01 - Meanwhile (Shooting Star-Treatment) 02 - You
Don´t Know 03 - Meanwhile (Kaon-Mix) 04 - Cigarettes And
Chocolate 05 - Meanwhile (The Maniac Lobster-Mix) 06 - Meanwhile
(Mary´s CoMix)
Bonus: 07 - A Gift From Culture (Remix) 08 -
Visions Of The Sea (Golden State-Mix)
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