CD-REVIEWS:

Vilosophe    MANES: "Vilosophe"
CD (Code666 / SPV)

Norwegens Metal-Szene ist bereits seit Jahren im Umbruch, denkt man an die musikalische Entwicklung, die Bands wie Ulver, Beyond Dawn oder The 3rd and the Mortal, um nur drei Bands hier zu nennen, durchlaufen haben.

MANES, die bereits mit einem kompletten Album und zwei Mini CDs eisigen Black Metal über die Menschheit gebracht haben, schliessen sich dem nun an. Dabei ist "Vilosophe" ein Paradebeispiel dafür was passiert, lässt man einer Band und ihrer Kreativität freien Lauf. Keine Spur mehr von harscher Black Metal-Attitüde, im Gegenteil. MANES begeben sich in musikalische Gefilde, denen The Gatherings oder neuen The 3rd and the Mortal nicht ganz unähnlich, versehen mit einer gewaltigen Dosis Radiohead und diversen Einflüssen aus Drum´n Bass und Trip Hop. Dass diese musikalischen Einflüsse dabei so kongenial miteinander harmonieren, ist das Ergebnis ganz aussergewöhnlicher kompositorischer Fähigkeiten, die selbst vor dem Gebrauch eines Saxophons nicht halt machen.

Allgegenwärtig ist zudem ein melancholischer und dunkel eingefärbter Unterton, der sich seinen Weg durch die zum Teil zerbrechlichen Klanggebilde bahnt, ohne resignativ oder ausweglos zu wirken. Schräg und abgefahren dann die Art und Weise, wie MANES "Vilosophe" mit einem morbiden Hörspiel - übrigens in deutscher Sprache - beenden. Unnötig darüber zu spekulieren, dass MANES, setzen sie den hier aufgezeigten Weg konsequent fort, eine grosse Zukunft bevor steht.


Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GOTHICWORLD


01. nodamnbrakes
02. diving with your hands bound (nearly flying)
03. white devil black shroud
04. terminus a quo / terminus ad quem
05. death of the genuine
06. ende
07. the hardest of comedowns
08. confluence


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