CD-REVIEWS:
 |
|
MARILYN
MANSON: "The Golden Age of Grotesque" CD (Interscope /
Universal)
|
Der Rauch hat sich etwas gelegt, das Gekreisch der
"Moralapostel" etwas verstummt. Seit geraumer Zeit beglückt uns der "God
of Fuck" mit seinem neuem Schaffenswerk "The Golden Age of Grotesque".
Eine neue Sichtweise, ein neues Image, ein neuer Look, ein neues Thema.
MARILYN MANSON hat dick aufgetragen. Den eigentlichen
Songwriter Twiggy Ramirez vor die Tür gesetzt, das Artwork der neuen CD
komplett vom Genie Gottfried Helnwein, das Album in den USA (mal wieder) kurz
vor der Zensur (das eigentliche Albumcover eines als groteske Mickey Mouse
verkleideten Marylin Manson, viel dennoch schon früh der Zensur zum Opfer)
Und zuguterletzt der einzigartige und überraschend ruhige (und visuell
recht "versaute") Theater-Auftritt in der Berliner Volksbühne, im April
diesen Jahres. Mr. Manson everywhere.
Wo bleibt die Musik? Die
gibt's handlich verpackt in Form von "The Golden Age of Grotesque",
quasi der Soundtrack zu Mr. Manson neuen Ufern. Und Manson hat dabei einen
erstaunlich klaren Schnitt zu den vorigen Veröffentlichungen hinter sich
gebracht. Verbunden mit dem Einstieg vom ehemaligen KMFDM Bassisten Tim Skold,
hat MM den Industrial-Pegel wieder deutlich erhöht.
Nachdem die
Fans der ersten Stunde, ihn für das immer noch unverstandene, aber
bittertraurige und geniale "Mechanical Animals" Album fast
verstoßen haben, und seine halbgare Rückkehr mit dem "Holy
Wood" Album nicht abgenommen haben, setzt Manson jetzt voll auf
Charttauglichkeit. Kein Glamrock, kein Ultra-Krankes Gekreische, keine der
genialen Manson-Typischen Halb-Balladen a la "Tornique".
"mOBSCENE" war ein Vorbote auf das gesamte Album. Egal ob
"This ist the new shit", "Slutgarden" oder "Ka-boom
Ka-boom", fast jeder Song ist mit einem Ohrwurm-Refrain ausgestattet, der
meistens mit brachialer Uffta-Uffta Gewalt in die Gehörgänge gepresst
wird. Von der Plattenfirma gerügt das Manson nicht mehr in den Ass kicken
könnte, pendeln die Dezibel und BPM Anzeige stets im oberen Limit. Selten
klang John 5´s Gitarre so brachial. Das gibt dem Album einen brutalen und
fast militärischen Touch, der sehr gut das Feeling des aufkommenden
stumpfen Nazi-Terrors im Berlin der 30 Jahre nachempfindet. Leider wirkt das
Album dadurch etwas unrund, steht doch jeder Song für sich allein und
etwas unkonzeptionell im Raum, im Gegensatz zu früheren
Veröffentlichungen. Keiner der 16 Songs steht im Kontext zu einem Anderen
und lässt das Album unpersönlich und kalt wirken. Alleiniger
Höhepunkt des Albums ist ohne Zweifel der Titeltrack, der leise und ruhig
die faszinierende Morbidität Mansons zum Ausdruck bringt.
"The
Golden Age of Grotesque" ist definitiv Mansons härtestes und
Distanziertestes, wenn auch nicht bestes Album. Vielmehr ist es ein Beiwerk zum
Gesamtkunstwerk "MARILYN MANSON", der heute, in künstlerisch karge
Zeiten, noch stets neu zu überraschen vermag. "The Golden Age of
Grotesque" wird den Weg in die Herzen der New Metal/New Rock Jünger
finden, allerdings nur bedingt in die der eisenharten Manson-Fans.
Alexander Treder
für GOTHICWORLD
Tracklist: 01 - Thaeter 02 - This Is The New
Shit 03 - mOBSCENE 04 - Doll-Dagga Buzz-Buzz Ziggety-Zag 05 - Use Your
Fist Not Your Mouth 06 - The Golden Age Of Grotesque 07 - (s)AINT 08 -
Ka-boom Ka-boom 09 - Slutgarden 10 - Spade 11 - Para-noir 12 - The
Bright Young Things 13 - Better Of Two Evils 14 - Vodevil 15 -
Obsequey (The Death Of Art) 16 - Tainted Love |
|
Kontakt:
www.marilynmanson.net |
|