CD-REVIEWS:

Schneewittchen    SCHNEEWITTCHEN" ... "
CD (Konstantin Records)

SchneewittchenWie man mit kalkulierten klischeeüberladenen Elementen nach dem kommerziellen Erfolg schielen kann, beweisen Marianne Iser und Thomas Duda auf ihrem (wie man dem "Waschzettel" entnehmen kann) mittlerweile dritten Longplayer. Musikalisch bewegen sich SCHNEEWITTCHEN (schon der Name ist Peinlichkeit schlechthin! "Schwarz wie Ebenholz, Rot wie Blut, weiß wie Schnee..." hach wie innovativ!) irgendwo zwischen 20er Jahre Kabarett, frühem 80er Deutschpunk, albernen Schlager und uninspiriertem Hitparadentechno.

Klar muss Frau Iser beweisen, das sie offensichtlich eine klassisch geschulte Stimme hat. So schreit, knödelt, jodelt, wimmert, jault sie, technisch zwar einwandfrei, aber ohne jeden Funken Leidenschaft. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als versuche sie eine Mischung aus NINA HAGEN, MARLENE DIETRICH, HAZEL O CONNER und MARIANNE ROSENBERG herzustellen, was ihr in Ansätzen zwar auch gelingt.

Im Gesamtkonzept aber eher peinlich und vor allem aufdringlich, weil gekünstelt wirkt. Die Texte von SCHNEEWITTCHEN sollen wahrscheinlich provozierend, böse sein. Da wird kein Klischee ausgelassen: Albern inszenierte Selbstmordhymnen, die Liebe zu toten Körpern, das Spielen mit den SM Symbolen... alles da! Genauso wie das Corpsepaint der Sängerin, welches eher an Black Metal Bands erinnert und das sie ihre unbedeckten Brüste permanent zur Schau stellt.

Böse oder provozierend ist davon eigentlich nichts. Nur lächerlich und peinlich! Eine belanglose Aneinanderreihung von dumpfesten Klischees, die ein wenig nach einer "gotischen" Ausgabe von ROSENSTOLZ klingt. Nur das man den beiden Berlinern damit Unrecht tut. SCHNEEWITTCHEN geht jede Selbsironie, jedes Quentchen Humor ab, Schneewittchenzu verkrampft und kalkuliert klingen ihre Stücke. Zu uninspiriert, da sich mit Gewalt an allen Musikstilen bedienend ohne Eigenes zu schaffen. Zu albern die Lyrics um irgendwo noch zum Nachdenken anzuregen, geschweige denn provozierend zu sein. Und so schaffen sie es, die unzweifelhaft guten, musikalischen Ansätze, immer wieder Ad Absurdum zu führen und der Hörer fragt sich nur, wer das eigentlich noch braucht.
Nur USCHI GLAS im Bikini ist peinlicher!

Stillgestanden und einreihen in die Platten für das "schwarze" Kinderzimmer, wo schon andere "Künstler" im Krankenschwesterkostüm, den an Kaffesahnewerbung-Bären erinnernden Werwolf in der Badewanne füttern.
Oder einfach mal die Fr... halten.


Thomas Sabottka für GOTHICWORLD



Tracklist:
01. Intro
02. Loch im Kopf
03. Der Tod hat sich verliebt
04. Ewige Liebe
05. Komm
06. In diesem kleinen Zimmer
07. Ich bereue alles
08. Von Küssen und Bitternissen
09. Was ich tat, tat ich aus Liebe
10. Verheißung
11. Kaltes Hannover
12. Abschied
13. Heut ist ein Tag
14. Du musst an dich glauben


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