CD-REVIEWS:

Sombre Romance    VIRGIN BLACK:
"Sombre Romance" CD
(Massacre Records)
     

Virgin Black

Mein Gott, was brettert mir da an unerhört inbrüstigem Gothicmetal ins Gehör? Das ist so gut und so herrlich unzugänglich und vertrackt wie die Trackliste selbst, daß ich mir den gesamten Unfang erst nach vielfältigem Hören auch nur wage zu umschreiben vermöge!

Aber von gregorianischen und opernhaften Gesängen und klavier- und geigenschwangeren Versatzstücken durchwoben, brettert mir hier die Metalgitarrenwand des Jahres um die Sinne, hauen mir die Drums in den Bauch, daß ich am Ende japsend am Boden vor den Lautsprechern liege und erschöpft nach Zugaben bettle?

Die Rede ist von VIRGIN BLACK, die australische Band um den Sänger und Keyboarder Rowan London, die hiermit ihr wirklich unglaublich gefühlsmäßig, wie songtechnisch vielseitiges Konzeptalbum präsentieren. Erntete die 1995 in Adelaine gegründete Band down-under bereits mit ihrer 1998'er EP "Trance" einige Erfolge, die ihnen immerhin bereits Support-Shows für Paradise Lost, Cathedral und Entbombed ermöglichte, so ist der hier vorliegende Longplayer "Sombre Romantic" eins der ergreifensden Gothic-Debüts das Jahres!

Bereits das Intro "Opera De Romantci" geht nach gregorianischen Chören, schwermütigen Geigen und dem opernhaften Vocaleinsatz von Mastermind Rowan in ein klassisch-oppulentes Gitarrengewitter über. Schwere doomige Grooves bereiten mit "Stare" und "Embrace"den Weg zu einem Wechselbad der Gefühle zwischend bekemmend und himmelhochjauchzend, das sich über zehn weitere, allsamt hochkarätige Gothicrock-Perlen mit einer Gesamtspieldauer von 44:35 Minuten hinzieht. "Walk Without Limbs", thematisch noch immer mit dem Intro verwoben, beginnt sich, wenn es nicht so vertrakt ausgestaltet wäre, sogar zur Dancefloor-Nummer anzubieten.

Mittlerweile bin ich schon gar nicht mehr sicher, ob ich mich noch im dritten oder schon im vierten Stück befinde! Langsam verliere ich das Gefühl von Raum und Zeit, von unten und oben und schwebe mit VIRGIN BLACK in eine Welt, jenseits unserer Vorstellungskraft. Songs wie "Of Your Beauty", das vielschichtige Epos "Museum Of Iscariot" mit jubelnden Sologitarren, das hypnotische "Lament Kiss" oder das wirklich heftige "I Sleep With The Emperor" fliegen wie Fragmente von längst vergangender Erinnerungen am Kleinhirn vorbei und lassen Gefühle ausbrechen, wie es ein musikalisches Machwerk schon lange nicht mehr geschafft hat, jedenfalls bei mir.

Vergleichen läßt sich die Musik von VIRGIN BLACK hier und da vielleicht mit SAVIOUR MACHINE, ESTATIC FEAR oder stellenweise mit TRISTANIA, aber im nächsten Augenblick klingt es gleich wieder vollkommen anders. Natürlich könnte es auch Menschen geben, denen "Sombre Romantic" zu vertrackt und zu wenig eingängig erscheint, auch der Gesang von Rowan London ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Ich finde es mutig in einer Zeit, in der ja fast jede Band in Richtung Charttauglichkeit schielt, mit einem so komplexen, konzeptbeladenen Debüt aufzuwarten.

Virgin Black

Fazit: "Sombre Romantic" stellt so manches in den Schatten!
Tuts Euch einmal an, es wird Euch niemals wieder loslassen, mein Wort!

Ritchie für GOTHICWORLD


Wir haben auch ein paar MP3-Hörproben für Euch im Netz gefunden:

"Walk Without Limbs":
http://users.bigpond.com/craigedis/virginblack/downloads/audio/WalkWithoutLimbs.mp3
"Drink The Midnight Hymn":
http://users.bigpond.com/craigedis/virginblack/downloads/audio/DrinkTheMidnightHymn.mp3
"Museum Of Iscariot":
http://users.bigpond.com/craigedis/virginblack/downloads/audio/MuseumOfIscariot.mp3



  "Sombre Romance" - Tracklist:

01 - Opera De Romanci
I) - Stare
02 II) - Embrace
03 - Walk Without Limbs
04 - Of Your Beauty
05 - Drink The Midnight Hynm
06 - Museum Of Iscariot
I) - Stagnation
II) - Death
III) - Procession
07 - Lamenting Kiss
08 - Weep For Me
09 - I Sleep With The Emperor
10 - A Poet´s Tears Of Porcelain
          Kontakt:

Band: http://listen.to/virginblack

Label: www.massacre-records.com


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