CD-REVIEWS:

Obscurity    BLACK HEAVEN: "Obscurity"
CD (Trisol / EFA)

Black HeavenBLACK HAVEN – das Nebenprojekt von MANTUS – wartet mit seiner neuen Scheibe auf. Elektronische Musik mit eigentlich MANTUS typischen Texten.

Ruhig und angenehm kommt dieses Werk zunächst daher. Ja, der "Smell Of Suicide" ist da – wenn diese CD ruhig und ausgelassen startet. Doch der "Regentanz" vertreibt diesen Duft, wenn es sich auch hier um eine tiefere Sinnkriese handelt. Martin Schindler malt auch bei diesem Album Bilder voller Poesie und Trauer, nur, dass er sie diesmal in Elektro packt. Der "Flusseslauf" hat schon etwas mehr Bass und ist eher was für die Tanzfläche und die verzerrten Vocals machen schon Spaß. Und auch hier dreht es sich um die Einsamkeit und die Frage nach dem Sinn des Seins, dem Weg im Leben und den ganzen Rest (um es mal mit den Worten von Douglas Addams zu sagen).

Mit "Without You" ist auch das erste Liebeslied vertreten. Ein wenig Bass, gekrönt von einer schönen Synthieline, macht es zusammen mit den englischen Vokals zu einem wunderbaren Song, der nicht nur zum Tanzen einlädt, nein, man kann auch wunderbar zum Sinnieren und Träumen verweilen. Und es wäre nicht der Herr Schindler, wenn es nicht auch morbide wäre, und das haben wir mit "Necromancer". Dieser Song ist Klasse und auch hier ist das Tanzflächenpotenzial da.

"Necromancer" sind schon "Seelenlos", wie der Protagonist des, der nur noch spricht und nicht mehr singt. Wieder mal die tiefe Sinnkriese? Thalias Gesang erlöst von der monotonen Stimme und erfreut uns mit bittersüßem Gesang. Doch verspricht dieser Song wirklich die Lösung, das Leben zu meistern? Im "Centre Of Light" liegt sie auf jeden Fall auch nicht. Hey, nicht immer nur der Liebe hinterher trauern und deswegen alles zerstören wollen. Langsam wird’s ein wenig deprimierend. Der Titeltrack "Obscurity" macht da genau weiter, obwohl eigentlich der beste Song dieser CD. Elektro, wie man es gerne hat: ein wenig Gesample, wenig Gesang, schöne Synthies. Das Instrumental "Eclipse" gibt mir den Rest und noch mühseliger kommt der letzte Track "Waiting For You" hinterher. Schon zu oft ähnliche Schemata auf dieser CD gehört.

Schade eigentlich, dass BLACK HAVEN nicht so abwechslungsreich geworden ist, wie das Debutalbum "Chapter One" es so verheißungsvoll begonnen hat. Die Ansätze sind gut, aber elektronische Musik darf nicht zu sehr langweilen. Wirklich schade, hatte doch das letzte MANTUS-Album auch von BLACK HEAVEN Größeres erwarten lassen.

Stephan Urbach für GOTHICWORLD


Review zu BLACK HEAVEN : "Chapter One"

"Obscurity"-Tracklist:
01- The Smell Of Suicide
02 - Regentanz
03 - Flusseslauf
04 - Without You
05 - Necromancer
06 - Seelenlos
07 - Centre Of Light
08 - Obscurity
09 - Eclipse (instrumental)
10 - Waiting For You
     Kontakt:

www.mantus.de


Label www.trisol.de

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