CD-REVIEWS:

Northern Light    COVENANT: "Northern Light"
CD (KA2 / Sony)

CovenantDie Männer mit den schwarzen Anzügen sind wieder da!

Aus den dunklen, kalten Nächten des vom Nordlicht beschienenden Schweden, melden sich die Mannen um den einzigartig sein Mikro-haltenden Sänger Eskil Simonsson zurück.
Mit gewohnt guter elektronischer Musik, die manch Tanzbein zum schwingen bringen dürfte und dennoch einen Hauch Melancholie vorüber wehen läßt. Und doch ist irgend etwas anders im Hause COVENANT.

Impliziert die Verwendung des Wortes Elektronik, im Zusammenhang mit Musik, und das angespielte "Nordlicht" noch einige Kälte, so verbirgt sich seltsamer weise hinter dem Album so manch musikalische Perle, die voller Wärme und Tiefe, etliche Mitbewerber in ihre Schranken weisen dürfte. Atmosphärisch dicht, wie Nebelhörner über dem Nordmeer, baut sich der Opener "Monochrome" langsam auf, um sich mit seinem hymnenhaften Refrain schnell zu einem ordentlichen Kracher zu entwickeln. Genauso wie der Nachfolger "Call the ships to port" (welcher ja auch die Singleauskopplung ist!) die Assoziation zu Schiffen, Häfen im Nebel und Schiffsglocken nicht nur im Titel mit sich trägt, kann man ihn gut und gerne in die "Future Pop" Ecke drängen. Mit "Bullet" gibt es dann noch eine weitere Steigerung, welche demnächst des öfteren über die Tanzflächen erschallen dürfte.

Aber COVENANT wären nicht COVENANT wenn sie es dabei belassen würden sich mit VNV Nation oder Apoptygma Berzerk in eine Ecke stellen zu lassen. Schon im vierten Song, mit seiner einzigartig, traurigen Pianolinie und dem folgenden "Prometheus" betreten die drei Schweden, Pfade die so melancholisch und schwermütig, wie ein Engelschor in dunklen Wäldern daherkommen, das die Träne auf dem Gesicht in der Kälte der Nordnacht zu Eis gefriert. Mit den folgenden "We stand alone" und "Rising Sun" kehren COVENANT dann erst einmal wieder zur Tanzfläche zurück um sich nach einem weiteren Abstecher in die gepflegte Tristesse schlußendlich bei "Scared" und "Atlas" in einem relaxten fast Trip-Hop-artigem Ausklang genüßlich zu verlieren. So gesehen gelingt es den Jungs, das gesamte Album über eine Vielfalt und doch gleichzeitige Konstanz zu erzeugen, die einen zwar zwischen verschiedenen Gefühlen hin und her pendeln lassen, aber ohne groß zu verschrecken.

Ein Album das gekonnt Abwechslung und Experiementierfreudigkeit mit Stiltreue und Beständigkeit verbindet. Voller Souveränität und Abgeklärtheit ist COVENANT mit "Northern Lights" das Kunststück gelungen, ein hörenswertes Album zu schaffen, das die Lust am Tanzen, eine gewisse Melancholie und einen Schuss Selbstironie gleichermaßen verbreitet, genauso wie es schafft als synthetisch erzeugter Klangkosmos voller Tiefe und Wärme zu sein. Intelligent und unterhaltsam zu gleich.
Dies ist anspruchsvolle Popmusik in ihrer absoluten Vollendung!


Thomas Sabottka für GOTHICWORLD

"Northern Light":
01 - Monochrome
02 - Call The Ships To Port
03 - Bullet
04 - Invisible & Silent
05 - Prometheus
06 - We Stand Alone
07 - Rising Sun
08 - Winter Comes
09 - We Want Revolution
10 - Scared
11 - Atlas
     Kontakt:

www.covenant.dk

to the reviews