CD-REVIEWS:

Purification    STERIL: "Purification"
CD (Strange Ways)

SterilEs gibt sie noch!
Die Scheiben die einen überraschen, wo man einfach mit offenem Mund da sitzt und nicht so recht weiß was man schreiben soll...

Nicht weil diese CD schlecht ist!
Nein, weil man einfach das Gehörte nicht in Worte zu fassen vermag, weil einem jeder Vergleich ausgegangen ist...

So ein Album legen STERIL hier vor.
Möge ein oberflächliches Hören vielleicht den Vergleich zu MARILYN MANSON aufdrängen... nicht in der morbiden Ästhetik oder der Schockattitüde... Nein!

Vielleicht ist das Soundgebilde aus elektronischen Rhythmen, harten Gitarren, einer gehörigen Portion Glam und die verzerrt-schnarrende Stimme, dem auch irgendwo ähnlich. Vielleicht, aber damit wird man den drei Jungs nicht gerecht. Vielmehr lohnt es sich die CD wieder und immer wieder zu hören, um irgendwann einmal vielleicht hinter die erstaunliche Vielfalt zu kommen, die einen immer wieder auf's Glatteis führt.

Fetzt einem der Opener "Disposable" (schon der Titel drängt den Vergleich auf!!) und sein Nachfolger "Witchblade" noch genauso wie eben Mr. Manson um die Ohren, hat man spätestens bei "Get Closer" das Gefühl einer Coverversion zu lauschen. Einfach einer etwas dreckigeren Version eines ultrabekannten Popsongs a la PET SHOP BOYS oder gar DEPECHE MODE.

Fast verzweifelt forstet man das Booklet auf der Suche nach den originalen Urhebern durch, immer diesen Gedanken im Kopf: "Das kennst du doch irgendwo her...". Währenddessen sich der Silberling im CD-Player weiterdreht und plötzlich in ruhige Gefilde abtaucht, die sich zum Ende in das elegische, hymnenhafte, orchestrale Balladenschmuckstück "Phoenix from the ashes" ergießt... und spätestens jetzt könnte man begreifen was die Jungs von STERIL mit ihrem Irrpfad eigentlich erreichen wollten.

Was all diese Fragmente aus Industrial, Glam Rock, verzerrten und dann wieder klarem, schönen Gesang, all die Sound- und Samplespielereien, die Streicher, das Piano soll. All die Vielfalt, die sich erstaunlicherweise doch recht schlüssig in die Songs einfügt, ohne den störenden Beigeschmack von Brüchen zu hinterlassen. Warum "I get Closer" so nach einem schon mal gehörten und total bekannten Popsong klingt... Weil es genau das ist!!!

Mit "Purification" machen sich STERIL, die hiermit nach einer Zeit der Abstinenz wiederum auf die Suche nach dem perfekten Popsong, der sich ohne Schleimerei, ohne all den vorprogrammierten Schwachsinn des Mainstream, trotz seiner Brüche und Experimente in die Ohren einschleicht und festsetzt.
Mit mindestens drei Stücken dieses Albums ist ihnen das gelungen!!!!
Welche, sagte ich ja schon..... oder waren es dann doch.....?


Thomas Sabottka für GOTHICWORLD

"Purification":
01 - Disposable
02 - Witch Blade
03 - Out Of Control
04 - Chemical Bastard
05 - Guess
06 - Back To 1999
07 - I Get Closer
08 - Strange Pusher
09 - Underneath The Skin
10 - Prelude
11 - Phoenix From The Ashes
     Kontakt:

www.sterilmusic.com

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