CD-REVIEWS:

Where Angels Dare Not Tread    THE EQUINOX OV THE GODS: "Where Angels Dare Not Tread"
CD (Virusworx Records)

Das die Jungs von THE EQUINOX OV THE GODS so richtig finster und böse sind, ihre Wurzeln im Black Metal haben dürften, dass hört man ihnen schon bei den ersten Takten an.
Wunderbar wird das Drum 60min lang durchgeprügelt, dass es sich gewaschen hat, auf den Gitarren geschreddert und geschrammelt das nur so die Fetzten fliegen und der Sänger growlt, growlt... das es nur so aus den Gehörgängen blutet!

Jetzt könnte man die Geschichte damit auch schon abhaken, wenn die Jungs nicht die Frechheit besitzen würden sich in der Mitte der CD plötzlich zu steigern und einem ein paar Elemente vorzuwerfen, denen das Wort Überraschung fast nicht gerecht wird.

Ahnte man am Anfang durch den spartanischen, eher an ein Xylophon erinnernden Einsatz des Synthezisers, hier und da eingeworfenen Pianofragmenten schon, das die Jungs sich mal an etwas anderem versuchen wollen... so erklingt in "The Nameless City" plötzlich eine arabisch, orientalische Melodie, welche nicht nur das Intro bildet, sondern sich wie ein roter Faden durch den ganzen Song zieht. Weiter geht es mit "The Lake" in dem der Synthie einerseits zwar eher wie eine Wohnungsklingel tönt, andererseits aber schon ein paar gesampelte Streicher erahnen lässt, die dem Song schon einen versöhnlicheren, vor allem hymnenhafteren Touch verleihen...

Und dann? Was ist das?
Erklingt erst so etwas wie ein Spinett, das zusammen mit Bassdrum, ein kammermusikalisches Intro bildet, steigert sich die Elektronik immer mehr und bildet den fast sakralen Chor zu "The Tower" das in seinen Grundriffs auch irgendwie an "Temple Of Love" erinnert. Hier wird dann endgültig die Brücke geschlagen, von den bösen Black Metal-Wurzeln, hin zum etwas düsteren, aber auch bei weitem hörbareren Gothicrock.

Die Glocken erklingen, die Chöre schweben, die Gitarren werden auch schon mal ruhiger, sphärisch erklingt die Atmosphäre eines alten, ruinösen Friedhofs, auf dem ein paar langhaarige, böse Buben ihr Instrumentarium malträtieren und einem zusammen mit dem Nebel, die Kälte in die morschen Knochen fährt. Schade nur, das der Syntheziser irgendwie billig klingt, liegt es an der Produktion? Es hätte ruhig etwas fetter kommen können. Ein bisschen mehr echt klingendere Sounds und nicht diese vordergründige Elektronik, die sich im Gesamtbild, der breiten Gitarrenwände und des hämmernden Drums eher wie ein Spielzeug ausnimmt. Schade auch das der Sänger immer growlt, ein wenig Abwechslung hätte hier auch nicht schaden können.

Schade auch das der Überraschungseffekt nach "My Endless Funeral" auch schon wieder verpufft und man zum altbekannten zurückzukehren scheint. Da hilft auch der singende Pfarrer, die musical-hafte Attitüde und der Engelschor des letzten Stücks nicht mehr viel. Auch ist das Ende dieses Stückes dann nicht mehr so richtig witzig... Irgendwie hat es sich erschöpft.

Mit etwas weniger Songs, als eine EP, mit etwas besserer Elektronik, wäre meine oberflächliche Sympathie sicherlich sogar in Begeisterung umgeschlagen, aber was soll's?

Für Freunde des dunklen Metals, die nicht nur dumpfes Geprügel, sondern auch ein paar Soundelemente und Songstrukturen vertragen können, einer gehörigen Portion Gothic im brachialen Gitarrengewitter ihren Reiz abgewinnen können durchaus ein lohnenswertes Album.
Und vielleicht... wer weiß?
Vielleicht werden meine Vorschläge ja beim nächsten Album erhört?


Thomas Sabottka für GOTHICWORLD

"Where Angels Dare Not Tread":
01 - ...For The Scarecrow
02 - The Endless
03 - The Night Of The Dreamer
04 - Plaquebringer
05 - The Nameless City
06 - The Lake
07 - The Tower
08 - My Endless Funeral
09 - Psyche
10 - The Temple Ov The Worms / Tombworld
     Kontakt:

www.welcome.to/thespectralgarden

www.sureshotworx.de

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