CD-REVIEWS:

Death Cult Armageddon    DIMMU BORGIR: "Death Cult Armageddon"
CD (Nuclear Blast)

Dimmu BorgirKann etwas "zu gut" sein?

"Death Cult Armageddon" wird die dunkle Fan-Gemeinde erneut in zwei Lager spalten. Nur dieses mal so deutlich und wohl endgültiger als jeh zuvor. Denn DIMMU BORGIR haben die Linie zum totalen Bombast (Kitsch?) mit "D.C.A." nun überschritten. Mit "Puritanical Euphoric Misanthropic" waren Sie schon ein Schritt auf der Linie, jetzt sind Sie drüber. Allerdings mit einem musikalischen Können, wie es im Genre momentan keine Zweiter auch nur ansatzweise schafft. Einfach die endgültige Perfektion.

DIMMU BORGIR sind ein All-Star-Team und das hört man auch. Sicher wird "Cradle of Filth" immer als Vergleich herangezogen, aber die Mannen um Dani Filth spielen in einer ganz eigenen, speziellen Liga und sind eigentlich nicht vergleichbar.

"Death Cult Armageddon" überrollt Dich beim ersten Hören. Nach dem obligatorischen Intro, donnert Dir "Allegiance" mit 9Fach Warp-Geschwindigkeit um die Ohren, das es einem Fast die Matte abreißt. DIMMU BORGIR schienen mit dem eher ruhigeren Anfang von "Puritanical Euphoric Misanthropic" nicht zufrieden gewesen zu sein, so zeigen Sie hier nun gleich was Sache ist... zermalmt dich die ultimative musikalische Reizüberflutung in Form von "Progenies Of The Great Apocalypse". Zeigt schon der Titel das Klotzen statt Kleckern angesagt ist, kippt einem vorerst die Kinnlade ganz weit runter. DIESEN Sound hat man vorher nicht gehört, schon gar nicht in Verbindung mit dem, schon von "Puritanical Euphoric Misanthropic" bekannten und nun in voller Mannschaftsstärke(!!) Prager Symphonieorchester. Man steht förmlich im Sound einer gigantischen Oper mit 1.000.000 Watt Boxen. Erfasst von dieser, ganz DIMMU BORGIR eigenen, Dramatik und Spannung schließt man unwillkürlich die Augen und lässt sich mitreißen in diesen steten Kampf von Gut und Böse. Definitiv einer der besten Songs, den die Band je geschrieben hat.

Dimmu BorgirNegativ fällt allein der besagte Bombast/Kitsch etwas aus dem Rahmen. DIMMU BORGIR können Produktionstechnisch natürlich aus den vollen Schöpfen und fahren mit dem Orchester im Rücken stets schwerste Geschütze auf. (Welche Band würde das allerdings nicht machen, wenn die Möglichkeiten gegeben sind?) Immer mehr, immer größer, immer besser. Dabei werden die Songs vertrackter und komplizierter. Dadurch verliert sich etwas die "Haftung" zu der Band. Sie ist weniger greifbar, da einfach sämtliche Ecken und Kanten fehlen, und die Band mittlerweile einfach über allem Schwebt. So fühlt man sich nach dem Konsum des Mach(t)werkes etwas überwältigt und überfordert, was sich wohl erst nach mehrfachem Hören abstellt. Dabei ist eine gesunde Abwechslung durchaus vorhanden. Mal hyperschnell, mal treibend, mal schleppend spielt sich die Band von einem Höhepunkt zum Anderen. Stets dominiert vom glasklaren Gitarrensound der Meister Galder und Silenoz.

Die eisenharten Schwarzwurstmetal-Fans werden der Band Tod, Pest, SARS und Galle an den Hals wünschen für diesen Bombast-Supergau. Die anderen 50% werden erneut mit öffenen Mündern dastehen und vor Erfurcht erstarren. DIMMU BORGIR sind, wie alle All-Star-Bands, durchaus streitbar. Aber was Qualität und Originalität angeht sind Sie mit "Death Cult Armageddon" in Ihrem Genre unschlagbar und das verdient Respekt. Allein das noch zu toppen wird schwer...


Alexander Treder für GOTHICWORLD


Tracklist:

01. Allegiance
02. Progenies Of The Great Apocalypse
03. Lepers Among Us
04. Vredesbyrd
05. For The World To Dictate Our Death
06. Blood Hunger Doctrine
07. Allehelgens Død I Helveds Rike
08. Cataclysm Children
09. Eradication Instincts Defined
10. Unorthodox Manifesto
11. Heavenly Perverse


www.dimmu-borgir.com