CD-REVIEWS:

Unworte    LEICHENWETTER: "Unworte"
CD (Eigenvertrieb)

LeichenwetterLEICHENWETTER schon mal gelernt, stellt "Urworte" von der lyrischen Konzeption doch die zeitgemässe Vertonung von Werken verstorbener deutscher LyrikerInnen wie Hermann Hesse, Friedrich Nietzsche, Johann Wolfgang von Goethe, Georg Heym oder Else Lasker-Schüler dar. Ein ambitioniertes und mutiges Unterfangen, diesen Meisterwerken deutscher Lyrik zur Ehre zu gereichen, doch auch musikalisch werden LEICHENWETTER diesen Klassikern deutscher Literatur in vollem Umfang gerecht.

Dabei bewegen sich LEICHENWETTER musikalisch in einem musikalischen Umfeld, das sie selbst als Hartpop umschreiben und das man als vollkommen eigenständigen Stilmix all jener Bands bescheiben kann, mit denen die Iserlohner bereits die Bühnenbretter geteilt haben: Tanzwut, Subway to Sally, The Crüxshadows oder Megaherz wären hier zu nennen, ohne dass sich musikalische Präferenzen erkennen lassen würden.

Mir kommt zudem noch der Kölner Guido Dossche in den Sinn, der musikalisch ähnlich vielseitig zu Werke geht. Und so paaren sich elektronische Beats mit heftigen Gitarren, die ihren musikalischen Ursprung im Metal haben und urbanen Grooves. Besonders gelungen sind "Ecce Homo", "Feuerharfe" oder "Senna Hoy", während die Coverversion des Schmuseklassikers "Jenseits von Eden" nicht wirklich Not getan hätte, doch schmählert diese den rundum positiven Gesamteindruck der "Urworte" nur unwesentlich.


Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GOTHICWORLD


www.leichenwetter.com