CD-REVIEWS:

bip-hop    V.A.:
"bip-hop generation v.4" CD (bip-hop)
     

Trip Hop? Hip Hop? bip-hop???
Noch nie gehört, auch wenn der Titel suggeriert, schon der vierte Teil einer Reihe zu sein. Das Innencover der sparsam aber schön gestalteten CD verheisst dann, zu "Document today's creative forms of electronica" (Wenn mein Englisch weit genug reicht, ist das trotz des seltsamen Klanges die richtige grammatikalische Form).

Los geht es mit Mira Calix, einer in Südafrika geborenen Italienerin. Schamanisch und sehr afrikanisch wirkt ihr rhythmusbetontes Stück. Schnell wird klar, dass bip-hop wohl doch eher mit Trip als Hip Hop verwandt ist. Der Engländer Douglas Benford áka si-cut.db bestätigt diesen Eindruck. Während "A Shower" in ambienten Gefilden wildert, dominiert in "Surfeit" der computergenerierte Beat, nur minimalistisch mit einem sich ständig wiederholenden Melodiefragment umwoben. Insgesamt wirkt alles sehr ruhig, fast verträumt.
Die Amis Greg Malcom und Chad Mossholder, bleiben mit ihrem Projekt Twine und den Titeln "Room" und "One_2" dieser Stimmung treu. Das Schlagwerk tritt etwas in den Hintergrund und gibt sich ständig verändernden Noises Raum zur Entfaltung. Charakteristisch für die Twine-Stücke ist der sehr dichte, spacige Sound.
Richtig fett wird es dann mit datach'i. Der New Yorker Joseph Fraoli läßt es bleepen und schnarren, dass es eine wahre Freude ist. In seiner Frickelelktronik steckt viel Humor und eine Menge schräger Ideen. Hörgewohnheiten befriedigende Strukturen werden zerhackstückselt und wieder neu zusammengesetzt. Wer sich dabei langweilt, kann entweder nichts mit elektronischer Musik anfangen oder nicht zuhören.
Titel acht und neun der CD gehen auf das Konto des Franzosen Vincent ? und sein musikalisches alter ego vincent's_price. Hart mechnisch stampfend verführt "plast_N1" zu körperlichen Zuckungen, ohne dabei alle Differenzierungen platt zu walzen. "B3" schlägt in die selbe Kerbe, bedient sich dabei aber aus der Dance Music bekannter Beatbausteine, die sich über einen geloopten Klangteppich erheben.
Das Schaffen des Australiers Ross Healy aka Cray wird im Booklet als nano technology music beschrieben und irgendwie trifft das den Kern der Sache. Cray liefern einen kleinstteiligen Soundtrack, der sich eher als Klang-Feldforschung, denn als Musik beschreiben lässt. Wer gute Kopfhörer sein eigen nennt, der wird im Cray'schen Kosmos sicher einige interessante Entdeckungen machen. Als Abschluss der Platte fordert "Seven Satelites" noch einmal die ganze Aufmerksamkeit und verdeutlicht damit die Essenz der bip-hop-Ettikettierung - Hier wird vom Konsumenten vor allem eins erwartet: das Zuhören.

Zugegeben; bip-hop ist eine sehr kopflastige Musiksparte, der anfangs erwähnte Anspruch wird jedoch über die gesamte Dauer gehalten. Wer in seinem heimischen Plattenschrank schon ein Schubfach für bip-hop-Veröffentlicheungen eingerichtet hat, der sollte dieses schnell auffüllen, sind doch laut Aussage des Labels die früheren Ausgaben des Samplers bereits ausverkauft.


disorder (debil) für GOTHICWORLD


"bip-hop generation v.4"-Tracklist:
01. Mira Calix - Picture 4 You
02. Si-cut.db - A Shower
03. Si-cut.db - Surfeit
04. Twine - Room
05. Twine - One_2
06. Datach'i - Komatsu
07. Datach'i - Truax
08. Vs_Price - Plast_N1
09. Vs_Price - B3
10. Cray - Seven Satelites
    


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