Live-Review:


CIRRHA NIVA
16.11.2002 Metropol, Hengelo NL

Cirrha NivaSo langsam wäre es an der Zeit, dass CIRRHA NIVA auch endlich einmal den Weg nach Deutschland finden, so dass ihr Auftritt auf dem Wave Gotik Treffen 2002 in Leipzig nicht ihr einziger Deutschland-Abstecher bleibt. Im Gegensatz zu den "normalen" Rock Shows, die CIRRHA NIVA sonst regelmässig in Holland spielen, war der Auftritt der Band im "Metropol" in Hengelo eine der mittlerweile auch weit über die holländischen Grenzen hinaus bekannten theatralischen Shows, bei der selbst die Location selbst mit in das Bühnengeschehen integriert und der ganze Veranstaltungssaal mit fantastisch anmutenden und fantasie- und liebevoll gestalteten Bühnenrequisiten dekoriert wurde. So zählen ein Sarg, eine Vielzahl von Kerzenständern oder ein alter Ohrensessel genau so zu den Requisiten, wie kunstvoll drappierte Schaufensterpuppen oder ein alter Koffer. Passender und stimmungsvoller kann man das Konzept ihres grossartigen letzten Albums "La Liasion de la Morte" nicht inszenieren. Bereits vor Beginn der Show schlichen kleine Gnome neugierig durch die Zuschauer, die später im weiteren Verlauf der Show auf der Bühne noch einen effektvollen Feuerzauber inszenierten.

Cirrha NivaMusikalisch agierten CIRRHA NIVA, wie auch schon bei ihrer Tournee als Support für Pain of Salvation, auf unglaublich hohem Niveau, wobei sich zu der spielerischen Extraklasse der Band noch das theatralische Element hinzugesellte, massgeblich geprägt durch die wieder einmal hinreissend aussehende Bassistin/Sängerin Lieselotte Hegt und den momentan vielleicht besten europäischen Sänger, Arnold Kloek. Ob nun versunken im gemeinsamen Duett oder den Gesangspartner ständig umgarnend und umschmeichelnd, der Zuschauer durchlebt und durchleidet die Geschichte gemeinsam mit ihren Protagonisten, immer wieder durch neue Szenenwechsel oder showtechnische Einlagen unterstützt, die alle Kritiker Lügen strafen, die der Meinung sind, eine effektvolle Show wäre nur mit erheblichem finanziellen und showtechnischem Aufwand möglich.

Ohne Unterbrechung zelebrierten CIRRHA NIVA das Konzept ihres eingangs erwähnten Albums, um nach dem Tode des Hauptdarstellers und dem musikalischen Abschluss des Albums gebührend gefeiert zu werden. Nach einer knapp zehnminütigem Pause ging es dann nahtlos mit einigen weiteren Tracks weiter, die ohne Theatralik und als normal agierende Rockband dargeboten wurden.
Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, würden CIRRHA NIVA mit dieser Show und in solch einer grandiosen Verfassung nicht auch das deutsche Publikum für sich begeistern könnten.


Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GOTHICWORLD

Photos: Michael Kuhlen

Zum Review zu "Liaison De La Morte"
Zum Interview mit Cirrha Niva

Homepage: www.cirrhaniva.nl