CD-Reviews
   ANUBIS:
"Heroin(e)" CD
     

Nachdem ich schon live dabei war, als ANUBIS ihr aktuelles Konzeptalbum "Heroin(e)" im Audion in Hanau präsentierten, konnte ich es gar nicht mehr erwarten, endlich die CD-Version zu hören.
Schon beim ersten Anblick der CD war ich absolut begeistert: Ein tolles Cover und ein ebenso schön gestaltetes Booklet. Das kann ja eigentlich nur gutes verheißen. Und tatsächlich, gleich der erste Song beinhaltet unerwartete Keyboardklänge, die im Gegensatz zum Vorgänger-Album viel besser zur Geltung kommen. ANUBIS setzt verstärkt Piano-Parts ein, die dem ganzen einen klassischen Touch geben, passend zum Konzept eines Musiktheaterstücks. Ganz nach meinem Geschmack.
Zum Glück kommen die Stimmen auf der CD im Gegensatz zum Konzert besser zur Geltung und man kann die Geschichte besser verfolgen. Und endlich mal eine weibliche Gesangstimme, die sich auch mal tieferer Töne bedient und mit ihrer Vielschichtigkeit den Zuhörer zu verzaubern weiß. Und Jans teilweise growlender und kreischender Metalgesang stört mich diesmal auch überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde damit kommt die düstere Grundstimmung und der damit verbundene Schmerz des Protagonisten noch besser zur Geltung. Zusätzlich wurden sämtliche Texte im Booklet abgedruckt, so dass man sich entspannt zurücklehnen und mitlesen kann. Das einzige was mir fehlt sind die einleitenden Texte, die beim Auftritt verwendet wurden. Nicht dass man den Inhalt sonst nicht verstehen würde, aber gerade diese Textpassagen würden den Charakter eines Musiktheaterstückes unterstützen. Aber was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß und somit dürften diejenigen, die nicht auf dem Konzert waren auch nichts vermissen.
Natürlich steht aber nach wie vor der Gitarrensound im Vordergrund und somit kommen auch Gothic-Rock-Fans auf ihre Kosten. Und wer es gerne etwas härter mag, dem lege ich den Song "Avalon" ans Herz. Erst eine düstere Piano-Einleitung mit Babsis wunderschönem Balladengesang und dann ein Gitarrensound kombiniert mit Jans bedrohlicher Stimme, die wirklich unter die Haut geht. Zur Mitte hin legt das Stück ein paar Beats zu, um gleich wieder von einem ruhigen Klavierstück abgelöst zu werden. Abwechslung pur!
Abgeschlossen wird die CD durch die wunderschöne Gothic-Ballade "The Vision Dies", ein Stück, dass mich durch seine Piano-Begleitung und die Klänge der Akustik-Gitarre sofort in seinen Bann gezogen hat.
Ansonsten kann ich mich überhaupt nicht entscheiden, welche Songs mir am besten gefallen. Ist es nun "Chemical Aphrodite" mit seinen wunderschönen Klavier- und Gitarren-Soli? Oder ist es doch eher das ruhige Synthesizerstück "Fragments Of Reality (Part one)"? Letztendlich ist das aber auch Nebensache, denn alles in allem ist "Heroin(e)" eine großartige Scheibe fast im DREAMS-OF-SANITY-Rockoper-Stil und damit dürften sich für die Band noch eine Menge Türen auftun.

"Heroin(e)" - Tracklist:
     
01. Selling Paradise  
02. Autumn Again  
03. Avalon  
04. Fragments Of Reality (Part One)  
05. Chemical Aphrodite  
06. Beyond Existence  
07. The Darkest Moment  
08. (Instrumental)  
09. My Tears  
10. That Flame Will Never Burn  
11. Fragments Of Reality (Part Two)  
12. The Vision Dies  

BlackTear für GOTHICWORLD
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