CD-REVIEWS:

I-VI    APHELION: "I-VI":
"I-VI" CD (Irislight/EFA)
     

Stuart Anstis ist ein knallharter Metaller. Vor einiger Zeit war er noch mit CRADLE OF FILTH unterwegs, für deren Erfolgsalben "Dusk & Her Embrace" und "Cruelty & The Beast" er als Gitarrist und Songschreiber wesentlich mit verantwortlich zeichnete. Wer nun denkt, "ah alles klar", der könnte mit APHELION sein blaues Wunder erleben, denn Anstis schlägt auf dem vorliegenden Werk völlig andere Töne an.

APHELION bieten Midtempo-Techno mit handgemachtem Schlagwerk. Die beat-lastige Songs werden aufgepeppt mit einer Vielzahl an schrägen Ideen, Samples, Keyboardflächen, kurzen Pianoanschlägen und Noisefetzen. Zur Hochform laufen Anstis' Stücke auf, wenn er orientalische Songstrukturen oder indischen Gesang integriert. Der Drang zum Bauchtanz ist dann kaum noch zu unterdrücken.

Insgesamt eignet sich die Musik von APHELION eher zur gepflegten rhythmischen Körperverrenkung als zum Headbangen. Mit seinem leider unbetitelten Werk beweist der ehemalige Finsterbruder, dass er durchaus in der Lage ist, gute Musik fernab von Klischees zu produzieren. Wer sich unter APHELION immer noch nichts vorstellen kann, dem sei als Bezugspunkt noch Muzlimgauze genannt, das Projekt, das sich nach Ableben seines Schöpfers Bryn Jones, immer größerer Beliebtheit erfreut.

Titel: Alle Titel sind spartanisch nur mit Nummern römisch eins bis sechs benamst. Wahrscheinlich ist Anstis einfach nichts mehr eingefallen. Aber egal. Die Musik reißt das allemal raus.



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