LIVE-Review:
The Cure    THE CURE:
17.04.2000, Hamburg (Alsterdorfer Sporthalle)
     

Nach über drei Jahren Abstinenz - vom 98er Zillo-Festival mal abgesehen - fuhr ich voller Vorfreude zum Hamburger Cure-Gig, und - um es vorwegzu- nehmen - ich sollte nicht enttäuscht werden. 7000 Fans sorgten für einen entsprechenden Rahmen als das Konzert mit "Out Of This World" pünkt- lich um 20:30 Uhr begann. Aufgrund einiger Gespäche mit Leuten, die bis dato alle Gigs der "Dream Tour" gesehen hatten, wußte ich, dass die ers- ten 5 Songs bei jedem Set gleich sind. Nichtsdestotrotz hat mich gleich die zweite Nummer "Watching Me Fall" schwer begeistert. Als erstes Highlight kam dann "The Kiss" vom 87er Album, welches auf der diesjährigen Tour erst einmal in Zürich gespielt wurde. "The Kiss" war mit Abstand die beste Live-Version, die ich bislang von dem Song gehört hatte. Als weitere Highlights folgenden u.a. "Shake Dog Shake" und eine gran- diose Version von "Siamese Twins", welches wehmütige Erinnerungen an 1982 (Düsseldorf - Philipshalle) wach werden ließen. Doch auch - oder gerade - die neuen Songs der "Bloodflowers" CD kamen sehr gut rüber. Nach "100 Years" (I love it) und "End" endete das normale Set mit einer absolut überzeugenden Version von dem Titeltrack "Bloodflowers".
 
Spätestens mit dem ersten Zugabeblock "M", "Play For Today" etc. kochte die Halle. Der zweite Zugabeblock war eher ruhiger angelegt, doch genauso überzeugend. Obwohl ich noch "All Cats Are Grey" und "Pornography" vermisst habe (die seltsamerweise auf der Playlist standen) fand das Konzert mit einer genialen Version von "Faith" einen emotionsgeladenen Abschluß.
 
Fazit: Da ich nur Hamburg gesehen habe fehlen mir vielleicht ein wenig die Vergleiche zu anderen Gigs. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht, THE CURE live zu erleben. Ich finde es bemerkenswert, dass es die Band immer noch schafft, knapp 3 Stunden zu spielen. Leider hielt sich die "optische Spielfreude" - von Robert, der sehr gut aufgelegt war,einmal abgesehen -bei den anderen Members in Grenzen. Gerade Simon machte einen sehr statischen Eindruck...
 
The Cure haben auch im Jahr 2000 ihre Berechtigung und es wäre wirklich schade, wenn es wirklich die letzte Tour sein sollte. Wer die Band nochmal sehen möchte, sollte versuchen, eines der wenigen Sitzplatz- tickets für Oberhausen (28.04.2000) zu ergattern bzw. darauf hoffen, dass die Band auf dem diesjährigen Bizarre-Festival spielen wird.


Playlist:
Out Of This World, Watching Me Fall, Want, Fascination Street, Open, The Loudest Sound, The Kiss, Maybe Someday, Shake Dog Shake, Edge Of The Deep Green Sea, Inbetween Days, Siamese Twins, Prayers For Rain, 100 Years, End, 39, Bloodflowers

1st Encore: M, Play For Today, Just Like Heaven, A Forest
2nd Encore: There Is No If..., Plainsong, Disintegration
3rd Encore: Faith (8 minutes - with extra lyrics and 6-string bass)

Show was: 2 hours & 55 minutes !
 
(Photo taken by Karoline. Allerdings aus Zürich, nicht aus HH)

Olaf Sprick (WOD) für GOTHICWORLD
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