LIVE-Review:
Ich kann mich noch gut ans letztjährige DARKSTORM-FESTIVAL
erinnern. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 wurden wir vom Sturmtief Lothar
geweckt, die Spuren, vor allem in den Wäldern sind ja heute noch zu sehen.
Entsprechend machte das DARKSTORM-FESTIVAL `99 mit IN EXTREMO, GOETHES ERBEN,
THEATRE OF TRAGEDY und L'ÂME IMMORTELLE seinem Namen alle
Ehre.
Dieses Jahr ist der Sturm ausgeblieben, einerseits zum Glück,
andererseits wehte im UNIVERSAL D.O.G. beim DARKSTORM auch nicht mehr als laue
Lüftchen.
Eigentlich hatten wir uns
verhältnismäßig früh auf den Weg gemacht, aber als wir um
21 Uhr im D.O.G. hatten wir den Opener LETZTE INSTANZ bereits verpaßt und
auf der Bühne gaben schon ZEROMANCER ihr Bestes, um das halbherzig
dreinblickende Publikum anzuheizen. Aber dazu wars wohl noch zu früh am
Abend. Zugabe durften sie nicht, wollten sie nicht, wer weiß.
Erst
der dritte Akt konnte das Publikum endlich zu Begeisterungsstürmen
erwecken: die Elektroschocker HOCICO aus Mexiko machten mit ihrem knallharten
Programm ordentlich Druck, mussten aber trotz Zugabe-Chöre, die noch die
ganze Umbaupause anhielten nach dem offiziellen Set die Bühne freigeben.
Denn jetzt kam ER,
seitenscheitelschüttelnd, selbstverliebt. Eigentlich als Headliner auf dem
Plakat kam jetzt schon der VOODOOCLUB um PHILLIP BOA. Keine Ahnung, vielleicht
mußte ER ja früh ins Bett? Also von mir aus hätte er ja auch
schon um Acht spielen können und ich hätte an seinerstatt die LETZTE
INSTANZ gesehen. Jedenfalls spulten sie ihr Programm runter, inclusive wohl
eingeplanter Zugaben. Aber es schien dem Ehren-GAMA-Award-Träger selbst
nicht so recht gefallen haben. Vielleicht hatt er ja gemerkt, daß seine
Backgroundsängerin ein Griff ins Klo war. Jedenfalls knallte er seine
Gitarre in die Drums und ward nicht mehr gesehen. Naja, arroganter gehts wohl
kaum. Mehr Worte will ich hier gar nicht verschwenden.
Vielmehr
verkrümelte ich mich erstmal in den Club und traf dort die Jungs von
SLEEPWALK, der BLOODLINE-Neuentdeckung aus der Schweiz (Review ihrer aktuellen Scheibe).
Natürlich waren sie auch nur wegen HOCICO hier.
Zu guter Letzt kam
mit AND ONE, dann doch noch reichlich Partystimmung auf, obwohl mir Steve und
seine Jungs und Mädels meiner Meinung nach doch recht frech bei DEPECHE
MODE abgekupfert haben. Aber war solls, "Wasted", "Get You Closer",
"Sometimes", "9.9.1999" und "Goodbye Germany", der Abend war halbwegs gerettet.
Letztes Jahr erstrahlten die
DARKSTORM-Eintrittskarten noch mit goldenen Lettern, dieses Jahr waren es nur
silberne Buchstaben, nächstes Jahr hoffentlich nicht bloß noch
Bronze.
So sei es INMOVE ans Herz gelegt, etwas mehr Sorgfalt beim
Auswahl des Line-ups zu sorgen, sonst ist der Name des Festivals nicht mehr
passend und keiner geht mehr hin. Wär ja
jammerschade!
Anmerkung: Die hier abgebildeten Photos sind
Archivbilder. Aktuelle Aufnahmen aus dem UNIVERSAL D.O.G. werden wir sobald
verfügbar nachreichen.
Bei
www.schwarzeseiten.de gibt es ein
Review
zum entsprechenden Event im Kick, Herford mit vielen
Bildern!
-
ritchie aus der GOTHICWORLD
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