CD-Reviews
Withering Blossom    MILA MAR:
"Elfensex" CD (Strange Ways)
     

AnkeDie Klänge des unvergesslichen Debüts "Nova" noch im Ohr und trotz schier unglaublicher, permanenter Live-Präsenz in diesem Jahr, legen MILA MAR pünktlich wie versprochen ihr zweites Album "Elfensex" vor.
"Elfensex", was für ein Titel! Sex mit Wesen aus einer Märchenwelt, mit Wesen aus der Astralwelt, außeridrisch und auf eine ganz und gar unerklärliche Art? Das macht doch neugierig, oder?

Das Booklet zeigt die begnadete Sängerin Anke Hachfeld mit dem gewaltigen Stimmpotential von vier (!!!) Oktaven in elegantem blauen Kleid (wie schon in den letzten Live-Performences) mitten in irgendeinem kalten Großstadtdschungel. Vorbei scheint die Zeit, der wilden Rastalocken, der musikalischen Traumlandschaften in der es keine Sprache gibt, nur Klänge und Gefühle. Hineinprojeziert in eine kalte hektische reale Welt, steht sie da und wirkt zerbrechlich, aber stolz mit ihren Elfenflügeln.

KerstinGenau so verhält es sich mit der Musik von MILA MAR. Weitaus moderner und erdnäher als noch auf "Nova" beginnt das Album mit "Like A Cannibal". Den orientalisch anmutenden Klanggebilden sind zunächst zeitgenössische, wenn auch experimentelle Soundelemente, mit gehörigem Schlag klassischer Dramaturgie gewichen. Die nonverbale Lautmalerei einer erfundenen Phantasiesprache auf "Nova" wurden durch Texte in englisch, deutsch und französisch ersetzt. Doch bereits beim zweiten Song, der Coverversion "Maid of Orleans" des OMD-Klassikers (übrigens auch die Single-Auskopplung), werden sich vielleicht die Geister scheiden. Die einen sagen jetzt vorschnell, das ist nicht mehr MILA MAR, wie wir sie kennen, andere, die mit MILA MAR vorher nichts anfangen konnten, finden jetzt vielleicht erst einen Zugang und werden mit für sie völlig neuen Klangdimensionen belohnt. Denn spätestens mit "Elfentanz" zeigt sich die vier Göttinger von ihrer von "Nova" bekannter Seite und beweisen, das sie noch immer ihren magischen Zauber verbreiten können. Und wie sie das tun!

MaafMILA MAR hat sich deutlich weiterentwickelt. Eine bisher in sich verschlossene musikalische Traumwelt hat sich geöffnet, zeigt sich als genau so menschlich und verletzlich, wie die Welt um uns herum. Erzählt von persönlichen Erfahrungen, Momentaufnahmen menschlicher Gefühlszuständen, zwischen schmerzvollen Verlusten bis hin zu überwältigenden Glückszuständen. Irgendwann beginnt die Großstadtfassade zu bröckeln und der Hörer erlebt einen Einblick ins Naturreich dahinter.

SoanSie haben eine Menge zu erzählen und der, der wirklich zuhört, entdeckt völlig neue Seiten an der wesentlich vielschichtiger gewordenen Musik von MILA MAR und entdeckt vielleicht auch sich selbst darin.
Wer dann noch die Band live erleben kann (dazu ist in nächster Zeit ja Gelegenheit genug!), ist dem Zauber von MILA MAR dann garantiert völlig erlegen.

So ähnlich hab ich mir Sex mit Elfen immer vorgestellt!
 

"Elfensex" - Tracklist:
     
01. Like A Cannibal (4:47)
02. Maid Of Orleans (5:47)
03. Elfentanz (4:42)
04. Silver Star (4:44)
05. Helium Queen (4:28)
06. Was bleibt ... (4:51)
07. Elfensex (3:55)
08. Follow Me (Version 2000) (7:20)
09. A Song For Me (3:27)

Mehr Infos: www.milamar.de
 
Ritchie für GOTHICWORLD
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