CD-REVIEWS:

Loverboy    NIOWT:
"Loverboy" CD
(Chrom Records)
     

NiowtSlowenien scheint sich so langsam zum Geheimtip zu entwickeln. Die Musiklandschaft des kleinen Landes, wo Ost-, West-, Nord- und Südeuropa geographisch und kulturell aufeinandertreffen, fiel in der Vergangenheit schon häufig dadurch auf, westeuropäischen Sound ganz eigenwillig zu interpretieren. Man denke nur an LAIBACH.
NIOWT, ist so eine ungewöhnliche Band. Der ungewöhnliche Bandname wird übrigens in etwa "njaut" ausgesprochen, aber erwartet von mir jetzt nicht was er bedeutet.
Und keine Angst, die tempramentvolle Frontfrau Moica Krevel singt nicht in ihrer Muttersprache, was andererseits aber sicher auch seinen Reiz gehabt hätte.

NiowtBei "Loverboy" handelt es sich um das zweite Album der fünfköpfigen, 1992 gegründeten Band, wieder produziert vom Laibach- und Coptic Rain-Produzenten Peter Penko. Das Debutalbum kenne ich zwar nicht, aber ein Blick ins Bandinfo verrät, daß NIOWT damit schon 1998 ordentlich beim slovenischen Alternative Music Award "Marsev Gojzar" abgeräumt haben, ordentlich Fernseh- und Radiopräsent sind und bei den großen Festivals im Lande locker den Headliner machen. Dem einen oder anderen könnte NIOWT doch noch in Erinnerung sein, so gastierten sie doch auf dem 98er ZILLO-Festival und HIM hatten NIOWT als Special Guest im Gepäck.

Zurück aber jetzt zum Album: "Loverboy" ist einerseits sicher ein poppiges Album, aber laßt Euch nicht vom einfältig erscheinenden Albumtitel täuschen. Es strotz hier nur so von kraftvollen und effektvollen Intrumentierungen, überraschenden Arrangements und interessanten Spannungsmomenten. Langweile kommt niemals auf. Neben den Songs mit Hitpotential "Run", "Freak"und "Loverboy", glänzt dieses Album durch stimmungsvolle, teilweise wirklich Gänsehaut erzeugende Klanggeschichten "Wish", "White Tide" , "Walls", "Nothing" und "Woman" und immer Niowtwieder durch recht heftige und schnelle, fast punkige Gitarrennummern "Skin", "Venus" und "Hold". Moica überzeugt auf der ganzen Linie mit einem sehr vielfältigem Stimmeinsatz, schreit, flüstert, hauch die Songs unter die Haut des Hörers. Stellenweise könnte man Parallelen zu SIOUXIE AND THE BANSHEES ziehen, aber dafür hat NIOWT wiederum zuviel eigenen Charakter und Selbstbewußtsein.

Fazit: Es ist ein Leichtes, dieser Band internationales Format zu bescheinigen. Bei dieser unglaublichen Mischungen von Stilmittel und erfrischenden Song- und Soundideen gibt es auch nach dem mehrmaligen Hören immer noch viel Neues zu entdecken. Gehaltvolle, energiegeladene Popmusik, die einfach Spaß macht (Fast-Album der Woche).


  "Loverboy" - Tracklist:

01 - Run
02 - Wish
03 - Loverboy
04 - Freak
05 - White Tide
06 - Skin
07 - Venus
08 - Walls 1
09 - Walls 2
10 - Nothing
11 - Hold
12 - Woman
13 - Loverboy (Remix)

Video-Bonus: Freak
          Kontakt:

Label: www.chrom.de
Bandpage: www.niowt.com
 
 
 

Sir Ritchie für GOTHICWORLD


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