CD-Reviews
A Taste of Decay    WHISPERS IN THE SHADOW:
"A Taste of Decay" CD
(Trinity Records)
     

Ashley"A Taste of Decay" ist das nunmehr dritte Album der "Dark Trip Wave"-Formation um Ashley Dayour. Nach den beiden Vorgängern "Laudanum" (1997) und "November" (1999), (beide MOS Records) geht die mittlerweile vierköpfige Band aus Österreich neue Wege.
 
Zum einen ist dies ihr erstes Album mit echten Drums (davor arbeitete man im Studio wie auch Live mit Drumcomputern) zum anderen zeigt sich eine deutliche Entwicklung in Sachen Songwriting, Produktion und Eigenständigkeit, also nicht mehr nur nach einer Kopie der Wave Legende "The Cure" zu klingen.
 
Dark Trip Wave, nennt Ashley seine Musik, mit Wurzeln in den 80er mit den Sounds der 90er, treibende Drums und moderne Synhiesounds treffen auf klagende Gitarren und vermischen sich mit einer Portion psychodelischer Stimmungen.
 
Nun dies wird wohl mehr als nur ein CD-Review, vielmehr lassen wir erstmal den Künstler selbst zu Wort kommen:
 
Ashley zum Konzept von "A Taste of Decay":
 
"Als wir begonnen haben an den Songs zu arbeiten, hatte ich noch kein festes Konzept vor Augen. Erst nach und nach bemerkte ich, daß sich alle Texte um das Altern und den Versuch es zu verhindern drehen. Die Figur des Peter Pan hat mich schon immer sehr fasziniert, so kommt es vor, daß er in einigen Songs immer wieder auftaucht. Ich würde die Platte als eine Vertonung des "Peter Pan Effekts" bezeichnen."
 
Ashley über die Songs im einzelnen:
 
"Here I go again"
Eine der ersten Nummern, die wir für das Album geschrieben haben. Der Text ist ziemlich zur gleichen Zeit wie der Song entstanden, ich wollte das Gefühl eines nicht gewollten Aufbruchs vermitteln. Als in Österreich das ganze Desaster mit der Regierung begonnen hat, haben wir uns auch an Demos beteiligt. "...marching like a soldier into the war..." bekam plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Hm, unser erster und warscheinlich letzter politischer Song und ein guter Opener, finde ich."
 
"Let me breathe":
"Sehr persönlich. Jeder kennt die dunklen Seite einer Beziehung, die sich mit der Zeit in seinem Kopf einschleichen. Geschrieben hab ich den Song allerdings nach einem sehr seltsamen Traum über eine komische Nacht zu Zweit."
 
"Sense":
"Ich finde das ist einer der besten Lyrics, die ich je verfasst hab. Es dreht sich um die Sinn-Suche und das Weigern sich gewissen Normen zu unterwerfen. Der Satz "...act like tree..." bezieht sich auf Leute die, wenn es ihnen schlecht geht, nur dasitzen und rumjammern. Dabei liegt es immer an einem selbst, etwas zu ändern."
 
"Nothing stays forever":
"Dieser Song ist der ganzen Band sehr ans Herz gewachsen. Auf das Songwriting bin ich echt stolz. Tja, und daß nichts für immer bleibt, müssen wir ja Tag für Tag immer wieder aufs Neue erfahren. Der Song erinnert mich auch stark an unsere Tour vorigen Winter ... war echt kalt."
 
"Velvet Mirror":
"Man sollte jede Minute in seinem Leben bis zur Gänze auskosten. Es kann schneller vorbei sein als man denkt. Ich finde viele Leute machen Dinge, die sie eigentlich nicht tun wollen, sind aber viel zu resigniert oder zu feig es zu ändern. Versucht Euch die Freiheit in Eueren Herzen zu bewahren!"
 
"Umbrella Man":
"Der Regen hatte immer schon eine sehr melancholische Wirkung auf mich. Wohl einer der persönlichsten Songs, die ich je geschrieben habe. Viele Leute fühlten sich sofort von dem Text angesprochen, da er etwas vertont, was jedem von uns bekannt ist. Aber wer oder was der "Umbrella Man ist, muß jeder für sich selbst entscheiden, denn genau das macht diesen Song aus."
 
"If blue turns red":
""The Day after", dieser Satz beschreibt das Lied am Besten. Alleine in seinem Zimmer, es dämmert und die ersten kalten Strahlen der verfluchten Morgensonne kommen über den Hügel ..."
 
"A Taste of Decay":
"Das Lied das ich schon immer schreiben wollte. Es ist unser brachialster Song und zeigt uns von einer ungewohnten harten Seite, mein Lieblingssong auf der Platte. Der Text verkörpert alles was dieses Album ausmacht. Deshalb ist der Song auch der Titelsong."
 
"The Edge of Time":
"Ein Monster, ich hatte Bedenken dieses Lied überhaupt auf das Album mit drauf zu nehmen. Ich bin sehr froh, daß ich es doch noch getan hab. Wahrlich ein Monster von einem Song und ein sehr passender Closer. "wake me up before it´s over, wake me up before the end...". Viele Leute leben in einer Illusion ohne jemals aufzuwachen, ich hoffe ich bin keiner von ihnen."
 
Whispers in the ShadowRitchie´s Fazit:
 
Nun ja, es ist schon wahrlich ein Monsteralbum geworden und mit Sicherheit das Beste, was ich bisher von WHISPERS IN THE SHADOW gehört habe. Mit jedem Ton von "A Taste of Decay" wird dem Zuhörer auf ergreifende Weise das unheimliche Gefühl des "hilflosen Zusehen des Alterns" bewußt. Wut, Agressionen, Angst und eine paranoide Art von Hoffnung, umgesetzt in eine brilliante Performance von Ashley´s Stimme und in einem Sound der berührt, emotionsgeladen und agressiver denn je. Die richtigen Drums stehen den WHISPERS hervorragend. Auch die angreifende Gitarrenpräsenz.

Meine Anspieltips: "Here I go again", "A Taste of Decay" und das abschließende "The Edge of Time" mit dem Gastmusiker Olaf Sprick (WINGS OF DESTINY) an der Zwölfseitigen!

Nunmehr müßten alle davon überzeugt sein, daß WHISPERS IN THE SHADOW wesentlich mehr sind, als eine THE CURE-Kopie. "A Taste of Decay" ist ein Album, fernab von unnötigem Pathos, das etwas zu vertonen versucht, was uns allen gut bekannt ist: DAS LEBEN!

ritchie für GOTHICWORLD, Ashley´s words for ORKUS 6/2000 (Thanks to Olaf/WOD)
 
 
"A Taste of Decay" - Tracklist:

  1. He I go again
  2. Let me breathe
  3. Sense
  4. Nothing stays forever
  5. Velvet Mirror
  6. Umbrella Man
  7. If blue turns red
  8. A Taste of Decay
  9. The Edge of Time
       WHISPERS IN THE SHADOW - Booking / Kontakt:

http://www.wod.de
 
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ashley@aeon.at

 
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