LIVE-Review:

VeljanovVELJANOV
31.05.2001, KUZ, Mainz



Bin ich hier richtig? Auf meiner Eintrittskarte steht irgendwas von "Wolfsheim Spectators Tour im Juli im Mainzer Volkspark"... Moment! Mainz stimmt ja, aber heute ist der letzte Tag im Mai, ich bin im Kulturzentrum (kurz: KUZ!) und will Veljanov sehen. Naja, mit Eintrittskarten ist das immer so eine Sache, bei meine letzten Lacrimosa Konzert stand zwar das richtige Datum, aber der falsche Wochentag auf der Karte... was soll's.

Heute ist das dritte Konzert der "The Sweet Life" Tour von "Deine Lakeien" Sänger Alexander Veljanov, was hauptsächlich dazu dient, sein zweites Soloalbum (halt "The Sweet Life") nach "Secrets of the Silver Toung" zu präsentieren.

Veljanov hatte ich vorher weder gesehen noch gehört, lediglich "Kasmodiah" von "Deine Lakeien" kannte und ich mochte ich, deshalb wollte ich das Wagnis mal eingehen. Um es gleich zu sagen, ich war ein bißchen enttäuscht. Zwar hat er eine schöne Stimme, doch irgendwie klingen die Songs alle gleich, von wenigen Ausnahmen ("Lay down" hieß glaube ich der Song) mal abgesehen. Zugegeben, "Fly away" ist nicht schlecht.

Irgendwie wirkte alles sehr soft (man verzeihe mir den Anglizismus), alles extrem romantisch. Zum nebenbei hören ganz okay, aber ein ganzes Konzert lang? Okay, nachmittags auf einem "großen" Festival bei Sonne ist es bestimmt nicht schlecht (er spielt beim Zillo/WGT), aber so... Veljanov hat alle Song des aktuellen und einige von seinem vorigen Album gesungen; das letzte Lied (bei dem er auf die Knie fiel und alle zum Mitsingen animierte) war "Always on my mind", Softie pur.
Naja. Den Fans hat's auf jeden Fall gefallen (2 Zugaben), das ist die Hauptsache.

Was mich noch extrem genervt hat, war daß er sich nach jedem Lied bedankt hat und ständig irgendwelche Witze gemacht hat. "Wir haben heute viele schöne Frauen hier, Kollegen, seid tapfer". Nichts gegen Witze, aber dann alle Songs mit versteinerte Miene zu singen...
"Seid doch nicht so andächtig, wir wollen Spaß haben!" Ja... Veljanov, relativ elegant gekleidet, war eigentlich die Ruhe selbst. Stets darauf bedacht, die Frisur nicht zu ruinieren, der Schweiß sofort mit einem Handtuch von der Stirn gewischt - alles sehr ruhig; ich habe immer darauf gewartet, daß er "anfängt", daß er aus sich herausgeht, sich verausgabt, aber nichts davon - Ruhe, Gelassenheit, bemühte Eleganz. Der Höhepunkt war, als er den Mikrostäner umwarf und sein Jacket aufknöpfte...

Ein großer Plusplunkt: Keine Vorband (ich erinnere mich noch mit Grausen an die Vorbands beim letzten Lacrimosa Konzert (du meinst doch nicht etwa Love Like Blood ??? Anmerkung vom Netzmeister!), den Tocotronic Verschnitt Dementia und dann Sanguis et Cinis, und zu allem Hip Hopp aus der Konserve beim Umbau... Uargh...). Er spielte eine knappe Stunde (mit 20 Minuten Verspätung) und insgesamt 20 Minuten an Zugaben.

Fazit: Ich fand's etwas arg softi und eben zu "andächtig", aber den Fans hat's gefallen
- und darauf kommt es ja an.

JACK für GOTHICWORLD
 
 
Weitere Konzerte:

2.6. Leipzig (WGT),
3.6. Berlin (Columbiafritz),
5.6. Bochum (Bhf. Langendreer),
6.6. Hamburg (Grünspan)
schaut einfach in die News und da Tourdates.
 
I
to the crypt