CD-REVIEWS:

No Defiance Of Fate    WYVERN:
"No Defiance Of Fate" CD
(No Fashion Records)
     

WyvernJo, bei dem Cover dachte ich erstmal wir hätten ein verschollen geglaubtes QUEEN-Album zugesteckt gekriegt, sieht schon sehr majestätisch aus und der Bandname ist schlicht unleserlich. Nach einem Blick ins Bandinfo klärte dann auf, es handelt sich um einen neuen Metal-Act aus Schweden.

Nunja, Schweden hat ja schon viel tolle Bands geboren, also ran an die CD und ordentlich aufgedreht.

Halt, zuvor etwas im Geschichtsbuch der Band blättern, ...
WYVERN wurden im Sommer 1994 von den beiden Gitarristen Jonas Berndt und Andreas Sjöström gegründet. Den Posten des Bassisten konnte schon kurze Zeit später mit Petter Broman besetzt werden. Nachdem man mehrere Schlagzeuger angetestet hatte, entschied man sich für Micke Henriksson. Ein Mensch mit dem schönen Namen Albrecht Märchenstoltz übernahm vorläufig den Gesangspart. In dieser Konstellation wurde kräftig geprobt und erste Songs verfasst.
Im Spätsommer 1995 begannen WYVERN mit den Aufnahmen zum ersten Demo ”March Of Metal”. Danach wieder ein Drummer-Wechsel: Thomas Väänänen (Sänger von Thyrfing) übernahm den Platz von Micke und im Sommer 1997 begannen die Aufnahmen zum zweiten Tape ”The Ancient Sword”. Mit Henrik Hedberg übernahm ein langjähriger Freund der Gruppe den Gesang.
Anfang 1998 unterzeichneten WYVERN einen Plattenvertrag beim deutschen Label B.O. Records. Weitere Auditions mit Sängern folgten, doch die Ausbeute war nicht gerade überwältigend, obwohl man sich schließlich doch für einen der Kandidaten entscheiden konnte. Das Debütalbum ”The Wildfire” wurde 1998 in den Park Studios in Stockholm eingespielt und erblickte im Januar des darauf folgenden Jahres das Licht der Welt. Zur selben Zeit verließ Schlagzeuger Thomas die Band, da er auf Grund seines Jobs bei Thyrfing keine Zeit mehr für gemeinsame Proben mit WYVERN fand.
Im Laufe des Jahres 1999 wurde sehr hart an neuem Material gearbeitet. Die Band trat an den Sänger Toni Kocmut (früher Sins Of Omission) heran, der sich bereit dazu erklärte das kommende Album einzusingen.
Im März 2000 nahmen WYVERN in den Fredman Studios ihr zweites Machwerk “No Defiance Of Fate” auf. Und das Ergebnis fiel weit besser aus, als es sich die Band zunächst erhofft hatte. Der Sound, als auch der Gesang, beides noch Schwachstellen von “The Wildfire”, kristallisierten sich nun als stärkste Komponente des Albums heraus. Leider aber war das Label nicht bereit die Kosten für das Studio zu übernehmen, weshalb man sich in beiderseitigem Einvernehmen voneinander trennte. Nach hervorragenden Resonanzen seitens einiger Labels lagen schon bald neue Angebote vor und nach sorgsamer Prüfung entschied man sich schlußendlich für No Fashion Records.
Soweit so gut ...

WYVERN haben sich eher dem klassischen Powermetal verschrieben und machen ihre Sache nicht mal schlecht. Sänger Toni Kocmut pendelt zwischen cleanen und rauhem hohem Gesang hin und her und das paßt ganz gut zu den dargebotenen Songs. Erfreulicherweise können WYVERN damit auch eine gewisse Eigenständigkeit aufweisen, also kein weiterer neuer Halloween-Verschnitt, auch wenn hier und da Ähnlichkeiten spürbar sind, haben die fünf Schweden einen eigenen Weg gefunden. Es wird weder einfach nur wild drauflosgeknüppelt, noch verzehren sich die Hymnen, wie der Titelsong allzusehr in Poser-Schmalz. Zwischendurch geht es mal doomig schleppend oder einfach straight zur Sache.

Einziges Manko, die Produktionsqualität ist nicht gerade das Non-plus-ultra, andererseits macht vielleicht gerade das den Charme von “No Defiance Of Fate” aus. Eben nicht alles weichgespült und glattgebügelt.

Stärkstes Stück: "Like Dogs Climbing Up The Moon", weil es ein herrliches Akustikgitarren-Intro hat und dann wirklich zur Sache geht, sehr differenziert und mit schönen Hooks.
Fazit: Durchaus hörens- und bemerkenswert, seltener eigenständiger Heavy Metal und bestimmt entwicklungsfähig. The battle is for real ....


  "No Defiance Of Fate" - Tracklist:

1 : Horizon Of Glory
2 : The Liquid And The Metal
3 : Morningstar
4 : Starborn
5 : The Last Ordeal
6 : Like Dogs Climbing Up The Moon
7 : Defiance Of Fate
8 : Northern Union
9 : The Power Of Wyvern
          Kontakt:

Homepage: http://hem.passagen.se/wyvernhorde
E-Mail: wyvernhorde@usa.net

 
Sir Ritchie für GOTHICWORLD


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