1999
Am Ende der Stille

Alleine zu zweit

Halt mich

The turning point

Ich verlasse heut dein Herz

Dich zu töten viel mir schwer

Sanctus

Am Ende stehen wir zwei

8:05   

4:15   

3:56   

4:58   

8:29   

7:56   

14:09   

5:45   


... die Orkus-Platte des Monats

Stell dir vor, du sitzt in einem Opernhaus, das Licht verdunkelt sich, spannungsgeladene Erwartung breitet sich über dem Publikum aus, der Vorhang fällt, der erste Akt beginnt. "Am Ende der Stille", ein klassisches, sehr ruhiges Stück, setzt ein. Erzählt - oder besser: erlebt - wird die Geschichte einer Liebe, die so gewaltig ist, daß sie an ihrer Harmonie, ihrer Perfektion zerbricht. "Am Ende der Stille" eröffnet diese Geschichte mit der Intensität, die wohl nur durch den Einsatz "echter" klassischer Instrumente (hier das LONDON SYMPHONY ORCHESTRA) erreicht werden kann - vor allem, wenn eine so großartige Songwriter- bzw. Kompositionsqualität dahintersteht. Der erste Akt setzt sich in dem etwas fröhlicher wirkenden "Alleine zu zweit" fort, das mit akustischer Gitarre beginnt, jedoch sehr rasch auf die komplette Vielfalt der Lacrimosa'schen Instrumentierung zurückgreift. Es folgt "Halt mich", ein melancholischer, doch aber beschwingt wirkender Titel, der wiederum aufs Raffinierteste das Orchester mit metallischen Gitarren, Bass und Schlagzeug verbindet. "The Turning Point" beschließt den ersten Akt - ein Song, der unheimlich viel Tiefe in sich birgt, der sehr intim wirkt und dies mit Sicherheit auch ist. Der Vollzug der Trennung ist beschlossene Sache, der zweite Akt beginnt mit "Ich verlasse heut dein Herz". In über acht Minuten wird hier zu Beginn noch sehr ruhig ein Schlußstrich unter die Beziehung gezogen. Auch wenn es im Verlauf des Songs zu einem Ausbruch kommt, handelt es sich nicht um ein Agressionen-Herausschreien, sondern eher um ein ruhiges Dahinscheiden. Die Aggressionen finden ihren Ausbruch in "Dich zu töten fiel mir schwer", dem härtesten Lied des Albums: heftige Gitarrenriffs, treibende Rhythmen, dreckiger Gesang - klasse! Der dritte und letzte Akt beginnt mit "Sanctus", einem viertelstündigem Requiem, aber das ich an dieser Stelle nichts schreiben kann - selbst erfahren ist das einzige, was ich hier zu Papier bringen kann! "Am Ende stehen wir zwei" beschließt den dritten Akt und endet mit einer singenden Säge. Am Ende steht eine Verabschiedung, die für die ehemalige Beziehung wieder einen Hoffnungsschimmer offen läßt... Der Vorhang fällt, zurück bleibt die Schwermut, die sich ausbreitet, wenn man etwas so Tiefgründiges, Ergreifendes wie "Elodia" gehört hat. Anne und Tilo legen mit "Elodia" ihr bisher bestes Album vor, das an Perfektion und Brillanz beinahe nicht mehr zu überbieten sein dürfte. "Elodia" ist einfach ein nahezu perfekt komponiertes, arrangiertes, produziertes und eingespieltes Album, dessen einzige Schwachstelle darin liegt, daß nach dem achten Song und nach 58 Minuten Hörgenuß die CD zu Ende ist!

Stefan Walther


"Am Ende der Stille"

Deine Worte gleiten in den Morgen
In einen zarten rosa Schleier
Der sich über der Natur erhebt
Verblassen sie und schweigen stille
Nur die Sehnsucht meiner Stimme
Im flehenden Gebet
Entsinnt sich Deiner Worte
Die Du in mich gelegt
So verstummt auch meine Hoffnung
Und die Stille entfacht den Krieg


"Alleine zu zweit"

Am Ende der Wahrheit
Am Ende des Lichts
Am Ende der Liebe
Am Ende - da stehst Du
(Im Herzen wird es leerer - ein Teil geht nun von mir)
Nichts hat überlebt
Wir haben schweigend uns schon lange getrennt
Und mit jedem Tag "Wir"
Wuchs die Lüge unserer Liebe
Und je weiter wir den Weg zusammen gingen
Desto weiter haben wir uns voneinander entfernt

Einsam - gemeinsam
Wir haben verlernt uns neu zu suchen
Die Gewohnheit vernebelt
Die Trägheit erstickt
Der Hochmut macht trunken
Und die Nähe treibt zur Flucht

Tanz - mein Leben - tanz
Tanz mit mir
Tanz mit mir noch einmal
In den puren Rausch der nackten Liebe

Und wenn ich sie/ihn so sehe
Wenn ich sie/ihn erlebe
Wenn ich uns betrachte
Etwas hat überlebt
Und wenn ich Kraft und Hoffnung fände
Wenn ich selbst noch den Glauben an uns hatte
Wenn ich sie/ihn erreichen könnte
Sie/Ihn noch einmal für mich hätte
Wenn die Basis - unser Fundament
Wenn wir uns noch einmal neu entdecken würden
Wenn sie/er nur wollte
Ich will!


"Halt mich"

Aus schlaflos gelebtem Tagtraum erwacht
So bin ich der Sehnsucht Opfer
Aus kindgelebtem Vertrauen erwacht
So klaffen heute meine Wunden

Das Leben brennt mir von der Seele
Die Sehnsucht erfüllt mir tapfer ihre Pflicht

Halt mich - mein Leben - halt mich!

Solange sich die Zeit noch regt
Die Zeiger sich noch drehen
Solange drehe auch ich noch meine Runden
Doch des Lebens süße Lust hat mich verlassen

Das Leben brennt mir von der Seele
Die Sehnsucht erfüllt mir tapfer ihre Pflicht

Halt mich - mein Leben - halt mich!


"The turning point"

Poutaisat pilvet haihtuvat katoen nopesti tuulten mukana kuin tämä uni
Jossa en enää sinua tavoita on liian myöhäistä

In a dream I saw the world beyond - no tongues telling lies
The silence was covering everything inside
In a dream I saw myself - fallen down next to me
Couldn't crawl back inside my body

No laughter on my face - reality mirrored in the deep signs of life
Too long sacrificed my feelings to the ones
Who take all 'till there's nothing in the end

I'm not in my aim - I've gotta love also the other half of me
To reach the Turning point
As only in my dreams I'm my biggest enemy

Till I'd found out that I only loved your half in me
So much time I spent - not knowing myself
Too much love I'd given for everyone but nothing for me
My light was burning 'till the end

Now you showed me that two full halves make a stronger one
Also out of me and I feel the strength
Returning into me I new-found love again

Couldn't have been fighting alone
Thank you for hearing me on time
I bless you for the trust you gave
When I didn't admit being weak

I am close to my aim truly hoping
I won't fail
Before I reach The turning point
Where we're no longer the same

Didn't notice me change
Was not living the days without names
Now I'm here with you
To stay beyond
The turning point
Of my dreams

O found my aim - now I can face myself
Again
I thank you for
Loving me
And keeping us on the right way


"Ich verlasse heut dein Herz"

Ich verlasse heut' Dein Herz
Verlasse Deine Nähe
Die Zuflucht Deiner Arme
Die Wärme Deiner Haut
Wie Kinder waren wir
Spieler - Nacht für Nacht
Dem Spiegel treu ergeben
So tanzten wir bis in den Tag

Ich verlasse heut' Dein Herz
Verlasse Deine Nähe

Ich verlasse Deine Tränen
Verlasse was ich hab'
Ich anbefehle heut Dein Herz
Dem Leben - der Freiheit
Und der Liebe
So bin ich ruhig -
Da ich Dich liebe!

Im Stillen
Laß ich ab von Dir
Der letzte Kuß - im Geist verweht
Was Du denkst bleibst Du mir schuldig
Was ich fühle das verdanke ich Dir
Ich danke Dir für all die Liebe
Ich danke Dir in Ewigkeit

Ich verlasse heut' Dein Herz
Verlasse Deine Liebe
Ich verlasse Dein Herz
Dein Leben - Deine Küsse
Deine Wärme - Deine Nähe -
Deine Zärtlichkeit


"Dich zu töten fiel mir schwer"

Und da bleibt kaum noch Luft
Und da bleibt kaum noch Raum
Und da bleibt keine Sehnsucht
Und das ist alles was mit bleibt
Ich muß hier raus - ich muß hier weg
Und doch - ich suche nur nach Dir
Dem Leben das ich niemals fand
Das Leben - meiner Zuflucht Not
Ich habe Dich nur verflucht
Um später und viel tiefer noch
Den Kuß nur zu versuchen
Du Licht meiner Seele

Und nun zu Dir -
Mein krankes Hirn
Konserviert im Saft der Zeit
Ich gab Dir Blut aus meinem Herzen
Speiste Dich mit Sinneskraft
Über vieles ließ Dich walten
Gab selbst Dir die Macht über mein Tun
Ich gab Dir Liebe -
Mein Vertrauen
Mein Freund -
Du tust mir weh
Und doch -
Es ist noch nicht vorbei

Noch höre ich
Deinen Atem
Und noch sehe ich
Das Zittern Deiner Hände
Die Erinnerung beginnt zu leben
Beginnt erneut mich zu durchbohren
Und mein Herz im Stillen zu erobern
Mein Herz - Du braver Schmerz

Du hieltest mich am Leben
Und schlugst mich in der Qual
Und noch immer kann ich es nicht verstehen
Nein - es ist noch nicht vorbei
Noch sehe ich den Glanz in Deinen Augen
Noch das Zucken Deines Körpers
Doch das Töten fiel mir schwer
Ja - das Töten fiel mir schwer
Heute klingt Dein Name wie ein leeres Buch
Wie ein nie erfülltes Versprechen
Dich zu töten fiel mir schwer
Ja - Dich zu töten fiel mir schwer
Für kurze Zeit warst Du das Licht
Und warst mein Tor zur Welt
So liegst Du nun in Deinem Saft
Und stirbst langsam
Aus mir aus


"Sanctus"

Sanctus - Sanctus - Sanctus - Dominus
Deus deus Sabaoth - pleni sunt caeli et terra
Gloria tura - gloria tura

Und da warst Du -
Nicht am Licht das Dich umgab
Nein - am Schatten den ich warf
Habe ich Dich erkannt

Gloria tua - gloria tua

Und wir fielen - zusammen
Und wurden schließlich eins
In Farben ausgemacht
In Bildern still erdacht
Im Leben aufgewacht
Im Herzen neu entfacht
Licht und Liebe
Eingetaucht tief in die Nacht

Hasanna in excelsis
Benedictus qui venit in nomine domini

Sanctus dominus


"Am Ende stehen wir zwei"

Keine Kompromisse
Keine stillen Tränen
Keine Küsse deren Geschmack mich zu Dir führt
Keine Wiederholung
Keine Täuschung
Keine schmerzliche Berührung aus der Vergangenheit
Nur die Hoffnung einer zweiten Chance
Das ist alles was uns bleibt
Eine zweite Chance für Dich und mich
Eine zweite Chance für uns zwei
Du brauchst jetzt nichts zu sagen
Brauchst mich nicht zu lieben
Ich habe Hoffnung für uns beide
Denn am Ende stehen wir zwei

Die Musik dringt von weit her an mich fremd
Ich erkenne Dich nicht mehr
Deine Liebe bleibt mir heilig
Dein Leben ist entflohen
Ein Abschied ohne Ende
Ein Kreuzgang in Dein Herz

Eine Liebe ohne Grenzen
Eine Wärme ohne Licht
So liegst Du kalt und regungslos
Und wärmst noch immer mein Herz

Meine Hoffnung soll mich leiten
Durch die Tage ohne Dich
Und die liebe soll mich tragen
Wenn der Schmerz die Hoffnung bricht