LACRIMOSA

Interview mit Tilo Wolff von Peter Ratzka ROCKSCENE


 

Seit ein paar Tagen sind Tilo und Anne wieder aus London zurück von ihren Aufnahmen zum neuen Album. Die Fragen für dieses Interview wurden zwar schon vor ein paar Wochen abgeschickt, Tilo kam aber erst nach der Rückkehr dazu, sie zu beantworten.

Wie laufen die Aufnahmen zum neuen Album?
Die Aufnahmen sind rückblickend sehr gut gelaufen. Rückblickend deshalb, da es während des Produktionsprozesses viele schwerwiegende Probleme gab. Zum Beispiel konnten wir einige Orchesteraufnahmen nicht verwenden und mußten diese mit einem anderen Orchester wiederholen, dann gab es technische Probleme in der Zusammenführung der unterschiedlichen Systeme, da wir die Aufnahmen in verschiedenen Studios gemacht haben, und und und... es waren in jeder Hinsicht die heftigsten Aufnahmen, die wir bislang gemacht haben, dafür ist das Ergebnis aber auch entsprechend...
Womit haben wir es beim neuen Album zu tun?
Das neue Album ist ein Konzeptalbum, eine Art Rock Oper, die wir größtenteils mit dem LONDON SYMPHONY ORCHESTRA in den Abbey Road Studios eingespielt haben. Musikalisch ist es das orchestralste, aber ich denke auch das dynamischste und stellenweise auch gefühlvollste Album von LACRIMOSA. Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle allerdings noch nichts verraten.
Wird es, wie bisher bei euch üblich, wieder an das Vorgängeralbum, also "Stille" anknüpfen?
Da jedes LACRIMOSA Album auf seinem Vorgänger basiert, respektive auf seinem Nachfolger fortgeführt wird, schließt es tatsächlich nahtlos an "Stille" an. So beginnt das neue Album alleine schon mit dem Titel "Am Ende der Stille"...
Wie steht es mit dem Songwriting? Wird Anne da immer mehr mit eingebunden?
Anne ist immer insofern in das Songwriting eingebunden, als das wir zusammen LACRIMOSA sind, und alles, was einer von uns beiden tut, durch die Gedanken- und Gefühlswelt des Anderen mitgeprägt ist. Somit entsteht eine perfekte Ergänzung, die manchesmal keine Worte zur Erklärung braucht. Es ist wie auf der Bühne, wenn ein Musiker beginnt zu improvisieren und die Anderen darauf reagieren. Man braucht dann keine Beratungspause, sondern beginnt ohne Worte miteinander zu verschmelzen. Das ist allerdings nur möglich, wenn Derjenige, der die Improvisation begonnen hat, sich der Hilfe und der Verbundenheit seiner Mitmusiker gewiß ist. Alleine wäre es ihm nicht möglich.
Wie sehen die Tourpläne für dieses Jahr aus?
Wir werden voraussichtlich ab ende August/anfang September in Europa spielen und ab November in Südamerika touren. Festivalauftritte gibt es dieses Jahr keine.

© 1999 Peter Ratzka