THE GOTHICWORLD presents:
GothicWorldTreffen 2000
30.06. bis 02.07. 2 0 0 0
Wasserburg Geretzhoven
bei Rommerskirchen / Niederaussem (zwischen Köln und Neuss)

 
Pressestimmen:
 

Kölnische Rundschau - Nr. 152- Dienstag, 4. Juli 2000:
Familienfest der düsteren Gestalten
2000 Menschen kamen am Wochenende zum Gothicworld-Treffen auf Burg Geretzhoven - Eventuelle Einnahmen sollen an eine Stiftung gehen


Bergheim-Hüchelhoven - Die Bühne ist in blauschwarzen Dunst gehüllt, im flackernden Kerzenschein steht ein schwarz gekleideter Sänger mit bleichem Gesicht, dunkel geschminkten Lippen und schwarz umrandeten Augen, der zu einer düsteren Melodie singt: Eine nicht ungewöhnliche Szene beim Gothicworld-Treffen der "schwarzen Szene" auf der Wasserburg Geretzhoven. Dorthin kamen am Wochenende etwa 2000 Gothics, auch "Gruftis" genannt, aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Allein am Freitag wurden 7000 Drei-Tages-Karten verkauft. Viele Besucher campten auf der Wiese vor der Burg.
Drei Tage lang gaben Gothic-Bands Konzerte. Viele haben sich in der Szene bereits einen Namen gemacht, wie etwa "The Crack of Doom" und "The House of Usher" aus Köln, die am Freitagabend auftraten. Am Samstag spielten unter anderem "Whispers in the Shadow" und "Garden of Delight", die aus der Umgebung kommen. Die belgische Band "The Breath of Life" stand am Sonntag auf der Bühne. Neben den bekannten Gruppen hatten aber auch Newcomer-Bands die Chance, vor einem größeren Publikum auf sich aufmerksam zu machen.
Liebe, Zorn, Wut und Hass bringen die Sänger in ihren Texten zum Ausdruck, "Die Szene ist sehr gefühlsbetont", erklärt Organisator Martin Braun. Die Musik sei sehr düster und spiegele das Lebensgefühl der Gothics wieder, die sich sehr viel mit dem Tod auseinandersetzen. Darin unterscheiden sie sich vor allem von der übrigen Gesellschaft. "Wir betrachten den Tod als etwas Natürliches", sagt Martin Braun. Ausdruck dieses Lebensgefühls sei neben der Musik die schwarze Kleidung. Viele haben bleich geschminkte Gesichter mit dunklem Lippenstift und schwarz ummalte Augen.
Neben den Konzerten gab es im Rittersaal Lesungen mit dem Österreicher Rafael Bienia und Ausstellungen der Künstler Reiner Langer, Sarah Ludwig und Konstanze Strauss. Im Gegensatz zu den großen und kommerziellen Treffen der "schwarzen Szene" sollte auf der Burg Geretzhoven ganz bewusst eine familiäre Atmosphäre herrschen. "Bei den großen Festivals geht es nur noch darum: Wieviel Geld kann man damit machen", meinte Martin Braun. Die Macher des Gothicworld-Treffens wollten keinen Profit rausschlagen, sondern eventuelle Einnahmen einer Stiftung spenden.