The Cure ist tot, es lebe the Cure!
Ein Satz der
hinten und vorn nicht stimmt, denn erstens sind Robert Smith und Co klinisch
noch nicht so richtig dahingeschieden - die kürzliche
Veröffentlichung des Best of Albums werten wir mal wohlwollend als
verzweifelten Wiederbelebungsversuch - und zweitens gibt es ja die Whispers
In The Shadow. Die Wiener Musiker, die vor Jahren im Schatten ihres
großen Vorbilds leise zu flüstern begannen, haben spätestens
mit ihrer vierten Studioproduktion das Erbe der "The Cure" angetreten. Galten
sie noch vor Jahren als "eine der besten Tribut-Bands" - nebenbei bemerkt, hat
Robert Smith höchstpersönlich diesen Satz über die "Whispers"
gesagt - haben sie spätestens im zurückliegenden Jahr das
Kunststück geschafft, den 80er Jahre Wave-Sound individuell
weiterzuentwickeln.
Stillstand ist der Tod, sagen die Musiker selbst
dazu, die insbesondere bei ihren Konzerten so lebendig wie noch über die
Bühnen fegen. Laut und popig zugleich, gitarrenbeladen und ausgerichtet
auf den hymnenartigen Gesang des Frontmanns Ashley Dayour kommen sie sehr
frisch daher und werten fast mühelos das bisher viel zu sehr
unterbelichtete Genre des Wave-Rocks auf. Eine Mischung, mit der die vier
Musiker seit Ende des vorigen Jahres erfolgreich durch Europa touren und nun
endlich auch in unseren Gefilden Station machen.
Obendrein kommen Whispers In The Shadow nicht
allein: Mit Dumb rockt gleich noch ein zweiter Headliner durchs
Rampenlicht, da beide Bands bis April auf gemeinsamer Deutschland /
Österreich-Tour sind. Die fünf Sachsen-Anhaltiner sind nach vielen
erfolgreichen Auftritten im Vorjahr mit Subway to Sally, Tocotronic, Freygang,
De/Vision und den Emil Bulls auf Jungfernfahrt. Denn erstmalig geht Dumb
auf eine professionell organisierte Tour und machen nun auch außerhalb
der mitteldeutschen Grenzen mit ihrem eigenwilligen Stil auf sich aufmerksam.
Rock und Geige im Gleichklang und dazwischen ein markanter, verträumter
bis entrückter deutscher Gesang, das ist die Mixtur, aus dem sich das
Schlagwort Geigenrock zusammensetzt. Und die Mischung machts, denn wie
harmonisch oder barchial sich die Violinistin Annett Schilling ihren Weg durch
die atmosphärische bis krachende Gitarrenmusik auch bahnt, das Ergebnis
ist schlicht außergewöhnlich. Verantwortlich ist zum einen die
Vielseitigkeit der dumb`schen Töne, die so unverbraucht wie
abgeklärt, laut wie leise und innovativ wie klassisch daher kommen und
allesamt rocken, was das Zeug hält. Irgendwo zwischen den Inchtabokatables
und Rio Reiser sagen Kritiker, wenn sie Dumb in eine Schublade pressen wollen-
wie auch immer. In jedem Fall aber sind die fünf neuen Gesichter auf
Deutschlands Rockbühnen live zu erleben und das lohnt sich. Versprochen!
Mathias Liebing (www.geigenrock.de)
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Die aktuellen
Tourdaten:
02.03.2002 A-Wien,
Planet Music (mit Dumb) 06.04.2002 NL-Amsterdam, Paradiso (GothAM III
Festival) 07.04.2002 D-Bielefeld, Luna (mit Elusive), tbc 08.04.2002
D-Neubrandenburg, Zebra (mit Elusive), tbc 09.04.2002 D-Berlin, K17
(Nachholgig vom 20.01.02 mit Cinema Strange) 20.05.2002 D-Leipzig, WGT 2002
02.08.2002 B-Neerpelt, Eurorock 2002
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